KONSUMENT.AT - Multivitaminpräparate - Keine wissenschaftliche Beweise

Multivitaminpräparate

Überflüssig

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Konsument 12/2009 veröffentlicht: 11.11.2009

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Für jeden etwas dabei

 

Die Hersteller und Anbieter lassen praktisch keinen Aspekt und keinen Lebenszustand aus, um ihre Produkte dem Konsumenten wärmstens zu empfehlen. Die Präparate eignen sich angeblich für ältere Menschen, Schwangere und Stillende, bei Diäten, bei intensivem körperlichen Training, für Gestresste, Raucher und Alkoholiker. Berocca plus Zink zum Beispiel soll den Aufbau von Nervenzellen unterstützen, die Abwehrkraft gegen Infektionskrankheiten steigern und bei der Schadstoffausscheidung nützlich sein. Dieselben und noch weitere Anwendungsgebiete finden sich auch in den Beipacktexten anderer Präparate. Es gibt eigene Mittel für Kinder (Sanostol, Supradyn Junior), für Schwangere (Elevit, Prägnativ) und für Senioren (Supradyn Vital 50 plus).

 

Aus der Luft gegriffen

 

Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die Behauptungen vielfach aus der Luft gegriffen sind. Vor allem den Vitaminen werden viele Eigenschaften zugeschrieben, die sie nicht aufweisen. Vitamine sind nicht dazu geeignet, Menschen stressresistent oder leistungsfähiger zu machen, sie können auch nicht dafür sorgen, dass Kinder intelligenter werden, verhindern weder Erkältungen noch Krebs, machen nicht munter und können auch den Alterungsprozess nicht verlangsamen.

 

Überlieferung und Erfahrung

 

Die Hersteller wissen um die fehlenden wissenschaftlichen Beweise ihrer Behauptungen und geben dies – liest man die Packungsbeilagen etwas genauer – sogar unverblümt zu. So heißt es etwa in der Gebrauchsinformation des noch dazu rezeptpflichtigen Präparates Vita-Gerin Geistlich: „Vita-Gerin ‚Geistlich’ wird traditionell angewendet zu Besserung des Allgemeinbefindens (z.B. bei nachlassender körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit oder bei Erschöpfungszuständen). Diese Angaben beruhen ausschließlich auf Überlieferung und Erfahrung.“

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Kommentare

  • Vitamin D3
    von nino73 am 07.05.2014 um 05:00
    Mein Hausarzt stellte am 1.4.14 diesen Wert fest: 16.7 ng/ml (im Graubereich, optimal wären 50 ng/ml). Als ich am 4.4.14 den Befund abholte, schlug er mir keine VitaminD3-Substitution vor. Ich werde in einer Woche nochmals seine Praxis aufsuchen und ihn gezielt darauf ansprechen. Mal hören, was er sagt.
  • Neutral?
    von Benuzter gelöscht am 08.10.2011 um 20:09
    Ich bin großer Fan von Konsument und lese Ihre Artikel wirklich gerne. In diesem Beitrag fehlt mir jedoch die notwendige Neutralität. Für manche Personengruppen kann es auch sinnvoll sein, Vitaminpräparate zu sich zu nehmen.
  • Studien
    von fontalloro am 23.11.2009 um 15:11
    Ich hätte mir eine Angabe der Studien erwartet!