Nahrungsergänzungsmittel im Direktvertrieb

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KONSUMENT 2/2013 veröffentlicht: 24.01.2013

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Vom Kunden zum Keiler

Schmeicheleien zum Einstieg. Dass im Direktvertrieb vor allem in den oberen Etagen viel Geld verdient wird, hat in erster Linie mit den hier praktizierten Geschäftsmethoden zu tun. Während der Verkaufs­gespräche boten fast alle Berater unseren Testern einen Einstieg ins Unternehmen an. Die meisten versuchten ihre vermeintlichen Kunden mit Schmeicheleien zu ködern: „Sie sind sicher ein guter Verkäufer.“

Aussicht auf zweites Standbein. Außerdem wurden die angeb­lichen finanziellen Vorteile des Wechsels vom Kunden zum Keiler ­eindrucksvoll dargestellt. Von einem sicheren zweiten finanziellen Standbein war ebenso die Rede wie von tollen Preisnachlässen beim Kauf der hauseigenen Produkte. Wir lehnten dankend ab, was nicht immer gut ankam.

Märchenhafte Karriere, traumhafter Verdienst. Das Anwerben von neuen Direktverkäufern gibt es natürlich auch in großem Stil. Wir besuchten bei allen getesteten Firmen und zusätzlich bei Vemma Veranstaltungen, wo neue Mitarbeiter gekeilt wurden. Die möglichen Einkommen, die uns bei einer Karriere im Direkt­vertrieb vorgerechnet wurden, waren märchenhaft. Es wurde uns schwindlig bei all den als Karrierestufen aufgelisteten Vice Presidents, Star Platinums, Sponsoren, Sales Coordinators und Marketingplänen.

Provisionssystem. In Wahrheit geht es bei diesen hochtrabenden Begriffen nur darum, ein brutales Provisionssystem zu behübschen. Je weiter unten in der Hierarchie, desto geringer ist die Spanne, die am Ende für den kleinen Verkäufer übrig bleibt. Und damit die Leute nicht gleich frustiert aufgeben, gibt es ein ausgeklügeltes System an Preisen und Boni, um sie bei der Stange zu halten.

Eine Liste mit 100 Freunden. Fakt ist: Wer hier tatsächlich Geld ­verdienen möchte, muss sehr viel Zeit investieren. Mit ein paar Stunden nebenbei geht gar nichts. Um an Kunden zu kommen, muss der eigene Bekannten- und Verwandtenkreis gnadenlos ausgebeutet werden. So bekamen wir ein Formular in die Hand gedrückt, in das 100(!) Freunde und Bekannte einzutragen waren, vom besten Freund bis zum Briefträger.

Wer aussteigt, bekommt Druck. Unsere Tester gingen zum Schein auf die diversen Angebote ein. Als sie dann innerhalb der angegebenen Frist vom Verkaufsgeschäft zurücktreten wollten, sahen sie sich massivem sozialen Druck ausgesetzt. So einfach man in dieses Geschäft ­eintritt, so schwer kommt man wieder aus ihm heraus.

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Kommentare

  • Vemma
    von REDAKTION am 22.10.2013 um 10:52
    Wir haben uns jene Unternehmen angesehen, zu denen wir die meisten Zuschriften bzw. Anfragen von Konsumenten erhalten haben. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, müssen unsere Tests ein einheitliches Szenario aufweisen. Da unsere Testpersonenen von Vemma auch nach mehrmaligem Nachfragen keine Antwort bekamen, mussten wir diesen Direktvertrieb ausscheiden. Wir nehmen Ihre Anregung aber gerne für einen weiteren Test auf. Ihr Konsument-Redaktionsteam
  • Hallo Liebes Konsument Team!
    von cortesa am 21.10.2013 um 10:04
    Wann testet ihr evtl. doch noch Vemma? Früher vor sicher 10 Jahren war Herbalife ein Thema. Zumindest in meinen Kreisen. Jetzt aufeinmal ist es Vemma? Die anderen Namen habe ich nicht mal gekannt. Also es wäre schön wenn ihr Vemma auch noch im Detail analysiert -). danke,
  • Bitte keine fremden Artikel in die Kommentare kopieren
    von REDAKTION am 25.06.2013 um 13:33

    An User kollero:

    Sie haben einen Artikel von netdoktor.de in das Kommentarfeld kopiert. Unser Anwalt sagt, dass das Hineinkopieren vollständiger anderer Artikel in unsere Website gegen das Urheberrrecht verstößt. Eigene Meinung ja, eigene Erfahrung ja, kurze Zitate aus anderen Artikeln ja, Link zu anderer Website ja, fremde Artikel in dieser Länge nein. Wenn Sie Artikel anderer Medien in unsere Seiten kopieren, können wir als Medieninhaber Probleme bekommen; daher haben wir Ihren Eintrag gekürzt - siehe unten.

    Unaufmerksame Leser und Suchmaschinen  würden so einen fremden Text außerdem als KONSUMENT-Text interpretieren. Diesen Eindruck wollen wir vermeiden. Wir bitten um Verständnis.

    Zum Inhaltlichen:

    Sie erweckten durch den einkopierten Artikel den Eindruck, als bräuchten ältere Menschen Nahrungsergänzungsmittel um Mangelernährung zu vermeiden. Wir von KONSUMENT sagen dazu: Mangel- und Fehlernährung bei alten Menschen ist tatsächlich ein gravierendes Problem. Die Gründe dafür sind vielfältig — fehlender Appetit, Geschmacksstörungen, schlecht sitzende Zahnprothesen, die das Kauen mühsam machen, Einsamkeit … Mit einer unkontrollierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln allein lässt sich eine unausgewogene Ernährungsweise aber ganz sicher nicht lösen.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Vitamin und Mineralstoffmangel
    von kollero am 23.06.2013 um 14:36

    Viele Senioren leiden unter Mangelernährung, berichtet netdoktor.de (15.12.2011). Zitat: "Dies beeinflusst die Behandlung der Haupterkrankung meist negativ und treibt auch die Kosten nach oben. Die Diagnose einer Mangelernährung verteuert einen Krankenhausfall im Durchschnitt um 3.000 Euro." Ende des Zitats. Was sagt man dazu?

    An dieser Stelle hat User kollero einen vollständigen Artikel der Onlineplattform netdoktor.de in das Kommentarfeld kopiert. Wir haben den Text am 25.6.2013 aus rechtlichen Gründen gekürzt; Details siehe oben.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Nahrungsergänzungen
    von Sandiger am 14.04.2013 um 12:23
    Sg Konsumentteam, bis vor einiger zeit hätte ich ihren artikel unterschrieben. seit ca. 2 jahren befasse ich mich aufgrund meiner allergie gegen pollen und katzenhaare auch mit alternativen methoden. zugegeben gibt es viel sinnloses am markt und für den otto normalverbraucher ist es schier unmöglich die spreu vom weizen zu trennen. verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich vertreibe keinerlei nahrungsergänzungen sondern habe einfach das eine oder andere ausprobiert und meine eigenen erfahrungen gemacht. die verbesserungen waren unglaublich! reduktion meines ruhepilses von 95 auf 70. innerhalb von 2 wochen keine katzenallergie, 1-2 mal täglicher stuhlgang, keine verspannungen mehr und auch keine rückenschmerzen! gerne gebe ich ihnen bei interesse meine erfahrungen mit dem einen oder anderen nahrungsergänzungsmittel weiter - von den bei ihnen gestesteten war jedenfalls keines dabei. Liebe Grüße Sandig Christian
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