KONSUMENT.AT - Prebiotische Lebensmittel - Was man bisher weiß

Prebiotische Lebensmittel

Design für den Darm

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Konsument 3/2004 veröffentlicht: 18.02.2004

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Was man bisher weiß

Darmflora .  Humanstudien haben ergeben, dass die zu den Prebiotika zählenden Oligosaccharide einen bifidogenen Effekt haben, das heißt, sie forcieren das Wachstum von speziellen Darmbakterien, den so genannten Bifidobakterien, was sich wiederum positiv auf den Stoffwechsel auswirken soll. Wie stark das Wachstum dieser Bakterien vor sich geht, hängt jedoch nicht vorrangig von der Menge der zugeführten Prebiotika ab, sondern von der Ausgangsmenge der Bifidobakterien im Darm. Diese Darmbakterien können sich jedoch auch trotz langfristiger Zufuhr an Prebiotika wieder zurückbilden, wenn keine Prebiotika mehr aufgenommen werden.

Darmkrebs .  Ob Oligosaccharide vor Darmkrebs schützen, konnte wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden.

Cholesterin .  Dass Prebiotika den Cholesterinspiegel senken können, muss derzeit noch ins Reich der Fabeln verwiesen werden. Beim Menschen gibt es diesbezüglich nur widersprüchliche Studien, im Tierversuch verbesserten sich die Triglyceridwerte des Blutes.

Osteoporose .  Studienergebnisse deuten darauf hin, dass sich dank der Oligosaccharide die Fähigkeit der Kalzium-Aufnahme (das stärkt die Knochen) steigert – eine vorbeugende Wirkung hinsichtlich Osteoporose ist jedoch nicht nachgewiesen und bedarf noch wissenschaftlicher Abklärung.

Immunsystem .  Für möglich hält die Wissenschaft positive Effekte von Prebiotika auf das Immunsystem. Genauere Untersuchungen über weit reichende gesundheitliche Wirkungen sind jedoch noch ausständig.

Keine klare Definition für Prebiotika .  Bislang fehlt auch noch das Wissen darüber, wie Prebiotika wirken. Einen Erklärungsansatz liefern beispielsweise die Forscher Gibson und Roberfroid. Demnach sind Prebiotika unverdauliche Lebensmittelbestandteile, die die Aktivität von Bakterienstämmen im Darm fördern und so eine gesundheitlich positive Wirkung erzielen. Eine zweite Studie auf diesem Gebiet (Konsensusbericht) blendet den Gesundheitsaspekt völlig aus. Hier werden Prebiotika als Stoffe bezeichnet, die die Aktivität von Bakterien im Verdauungstrakt forcieren.

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