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Salate im Test

In Summe belastet

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Konsument 4/2008 veröffentlicht: 11.03.2008

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Rotenon

Rotenon wird vor allem zur Bekämpfung von Insekten und Milben eingesetzt. Es wird aus Pflanzen gewonnen und darf laut EU-Bioverordnung verwendet werden. Es muss allerdings auch auf nationaler Ebene zugelassen und sein Einsatz darüber hinaus von der jeweils zuständigen Kontrollstelle oder -behörde genehmigt sein. In Österreich und Deutschland ist Rotenon nicht zugelassen. Derzeit arbeitet die Europäische Lebensmittelagentur (EFSA) an einer Neubewertung von Pestiziden. Demnach wird die Verwendung von Rotenon möglicherweise EU-weit bald nicht mehr erlaubt sein.

Pflanzenschutzmittel

Bei den übrigen, aus konventioneller Landwirtschaft stammenden Salaten wurden zwar keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt, doch Pflanzenschutzmittel waren in jeder Probe nachweisbar. In etlichen Proben wurden Rückstände von mehreren Pestiziden gefunden.

In Summe mehr

Pflanzenschutzmittel unterliegen jedes für sich einem strengen Zulassungsverfahren und es ist gesetzlich festgelegt, wie viel davon ein Lebensmittel maximal enthalten darf. Doch in der Praxis wird oft nicht nur ein Pestizid verwendet, um die Pflanzen vor Unkraut, Schadinsekten oder Pilzenzu schützen, sondern es kommen mehrere zum Einsatz. An sich relativ geringe Konzentrationen einzelner Pestizidrückstände können in Summe durchaus eine starke Belastung ergeben. Gesetzliche Summengrenzwerte gibt es aber nicht. Wie Rückstände von mehreren Pflanzenschutzmitteln in Kombination wirken, ist darüber hinaus weitgehend ungeklärt.

Um eine bessere Vorstellung davon zu ermöglichen, wie stark die Proben insgesamt belastet waren, haben wir diesmal die Mengen der nachgewiesenen Pestizidrückstände zum jeweiligen gesetzlichen Höchstwert in Bezug gesetzt. Im Häuptelsalat von Lidl aus der zweiten Einkaufsrunde wurde beispielsweise Propamocarb nachgewiesen, ein gängiges Mittel gegen Pilzinfektionen. Die Belastung war mit 0,1 Prozent des gesetzlichen Höchstwertes aber sehr gering. Bei Proben, die mit mehreren Pestiziden belastet waren, haben wir die entsprechenden Werte addiert. Bei stärkerer Belastung mit mehreren Pestiziden kann die so errechnete Summe (in der Tabelle als addierte ausgeschöpfte Höchstwerte angeführt) durchaus mehr als 100 Prozent ausmachen. Aus den Berechnungen gingen eine Probe von Adeg mit 128,2 Prozent und die schon zuvor erwähnte Probe von Maran mit 283,6 Prozent(!) als insgesamt am stärksten belastet hervor.

Bioprodukt mit Pestizide

Bitter, dass ausgerechnet ein Bioprodukt in unserem Test negativer Spitzenreiter war. Und das zu einem saftigen Preis: 2,39 Euro mussten wir für das Bio-Butterhäuptel von Maran hinblättern. Konsumenten zahlen für Bio-Ware mehr, weil sie weniger belastete Produkte essen und eine umweltgerechte Landwirtschaft mit geringerem Schadstoffeinsatz unterstützen möchten. Und dann stellt sich heraus, dass sie für viel Geld jede Menge Pestizide bekommen. Hier haben die strengen Bio-Kontrollen offenbar völlig versagt.

Gründlich waschen

Pestizide lagern sich teils außen an den Salatköpfen ab, teils gelangen sie aber auch durch das Wurzelwerk ins Pflanzeninnere. Ob, und wenn ja wie stark Salat belastet ist, lässt sich mit freiem Auge nicht erkennen. Reduzieren können Sie die Pestizidmenge, wenn Sie vor dem Zubereiten die äußeren Blätter entfernen und den Salat gründlich mit kaltem Wasser waschen. Es gibt also keinen Grund, auf frischen Salat zu verzichten

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