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Konsument 5/2000

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Konsument 5/2000 veröffentlicht: 01.05.2000

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TrinkTrank Kindersaft - Einfach, aber keine Lösung

„… in der Schule vorne dabei! … für Power am Spielplatz! ... für starke Muskeln!“ So wird der „Mikronährstoff-Saft TrinkTrank“ der Firma Ökopharm in Apotheken beworben. Kinder in der Wachstumsphase sollten täglich einen Esslöffel voll verzehren. In einem „Info für Kinder und Eltern“ wird noch dicker aufgetragen: Da wird das Säftchen als Mittel gegen Nervosität, Wachstumsstörungen, oder erhöhte Anfälligkeit für Erkältungen und Infektionskrankheiten empfohlen. Das sind ziemlich konkrete gesundheitsbezogene Aussagen, die für Arzneimittel sinnvoll sein mögen; für ein Verzehrprodukt wie TrinkTrank sind solche Aussagen hingegen abzulehnen. Denn es wird damit suggeriert, dass man durch regelmäßige Einnahme dieses Saftes Nährstoffdefizite oder gar gesundheitliche Störungen ganz einfach beseitigen kann. Das steht in diametralem Gegensatz zu den Forderungen der Ernährungswissenschaft, die vor dem falschen Sicherheitsgefühl und dem Anerziehen falscher Ernährungsgewohnheiten warnt. Was sich natürlich auch gegen alteingesessene Konkurrenzprodukte wie Sanostol oder Pantovit richtet.

Statt dessen empfehlen Ernährungsexperten abwechslungsreiche Mischkost und, was das Trinken betrifft: für Kinder ab 12 Monaten ein Liter Wasser, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte oder ungesüßter Tee. Wenn der Hersteller Ökopharm darauf verweist, dass „Kinder meist obstfaul sind und gesunde Ernährung eher scheuen“, muss man die Frage stellen: Wann, wenn nicht im zarten Kindesalter von zwei Jahren, soll man denn richtige Ernährung erlernen? Erwachsenen fällt dies unendlich schwer, davon zeugen nicht zuletzt die boomenden Angebote für Schlankheitsmittel oder Heilfasten.

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