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Konsument 11/2001

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Konsument 11/2001 veröffentlicht: 01.11.2001

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"Alma macht die Turbo-Diät" - Jo-Jo, wie gehabt!

Wer heute seine Ideen erfolgreich vermarkten will, braucht offenbar nur das Kürzel „für immer“ im Titel unterzubringen. „Für immer jung“, „für immer fit“ – jetzt ist „für immer schlank“ an der Reihe. Mit diesem Untertitel hat Ralph Beckmann sein Büchlein „Alma macht die Turbo-Diät“ aufgemotzt. Dessen Inhalt erweist sich als weniger neu. Alma muss wohl die Schwester von Dr. Markert sein. Denn in weiten Passagen erinnert das Buch an die Markert-Diät, die vor einigen Jahren ein viel zitierter – und kritisierter – Renner war.

Die Turbo-Diät ist eine Eiweiß-Fastenkur: täglich ein mit Flüssigkeit angerührtes Eiweißpulver, dazu einige Tassen Gemüsebrühe, Zitronensaft, ein Vitaminpräparat und reichlich Flüssigkeit – feste Nahrung ist verboten. Nach diesem Rezept wird man sicher abnehmen, bei der geringen Energiezufuhr kein Wunder. Dass mit dem Flüssigkeitsfasten der Jo-Jo-Effekt ausgeschlossen wird, ist hingegen stark zu bezweifeln. Denn bei jeder Radikaldiät wird auch Muskelmasse abgebaut, der Grundumsatz sinkt. Auch die Zufuhr von Eiweißpräparaten kann den Muskelabbau nicht gänzlich verhindern. Isst man nach Beendigung der zweiwöchigen Diätphase weiter wie zuvor, nimmt man umso schneller wieder zu und speichert die überschüssigen Kalorien in Form von Fettgewebe: Jo-Jo, wie gehabt! Ohne Änderung des Essverhaltens ist diese Folgewirkung vorprogrammiert, daran scheitern letztlich alle Radikalkuren.

Der Autor gibt zwar ein paar allgemeine Hinweise für richtige Ernährung und mehr Bewegung. Aber die bleiben so dürr und oberflächlich, dass man mit diesem Büchlein allein nicht weiterkommt. Man braucht erst recht wieder seriöse Ratgeber mit praxisnahen Empfehlungen und Anleitungen. Weniger wortkarg gibt sich Beckmann bei seinen Produktempfehlungen, die immer wieder in den Text eingestreut werden. Etwa die Almased-Vitalkost zur Bereitstellung lebenswichtiger Enzyme: Schon von Dr. Markert beworben, ist sie auch heute noch alles andere als „lebenswichtig“.

Viele Aussagen des Autors sind wissenschaftlich nicht haltbar. Etwa die Behauptung, dass durch die Diät die Schilddrüsenhormone beeinflusst werden und damit der Energieumsatz langfristig gesteigert werden kann. Oder der alte Kalauer vom Leeren und Aufräumen des Darmes („Entschlacken“ sagte man früher dazu): Klingt gut, aber die Erklärung, was der Sinn einer Darmentleerung sein soll, bleibt auch Beckmann schuldig.

 

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