KONSUMENT.AT - Sekt - Österreichischer Ritter

Sekt

Ein echter Knaller

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KONSUMENT 12/2011 veröffentlicht: 15.11.2011, aktualisiert: 26.01.2012

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Österreichischer Ritter?

Am lautesten werden die Sektkorken wohl bei Ritter knallen. Mit dem ziemlich holprigen Reim „Ritter Sekt der im Mann den Ritter weckt“ gehört er seit Jahrzehnten zu den Klassikern im Angebot. Mit ausgezeichneten Analyseergebnissen und tadellosen Noten beim Geschmack, sowohl von den Experten wie auch von den Laien, schaffte er die ­meisten Punkte und führt als Testsieger das Feld der insgesamt 23 guten Produkte an. Mit 1,94 Euro pro Flasche gehört er so wie Monte Christo und Römer zu den preisgünstigsten Produkten im Test.

Produziert in Deutschland, vermarktet in Österreich

Was einem die Sektlaune trotzdem etwas vermiesen könnte, sind die Aufschriften am Flaschenetikett. "Österreichische Traditionsmarke“ steht da zu lesen und "Schloss Raggendorf“, das in Prottes, einem Ort im niederösterreichischen Weinviertel liegt. Ein durch und durch österreichischer Sekt also? Keine Rede. Gerade einmal ein Drittel der verwendeten Trauben kommt aus Österreich, der Rest zu gleichen Teilen aus Deutschland und Italien, so Ritter auf unsere Nachfrage. Die Herstellung erfolgt in Deutschland. Und was ist mit Prottes? Dort sitzt nur der Vertrieb.

Monte Christo und Römer: Auskünfte  sind Mangelware

Während Ritter sich immerhin deklariert, ziehen andere es vor, überhaupt zu schweigen. Ausgerechnet zu den von Laien wie Profis in Sachen Geschmack gelobten Produkten Monte Christo und Römer sind Auskünfte Mangelware. Fünf Mal nachgefragt, keine brauchbare Antwort! In beiden Fällen ist vollkommen unklar, woher die Trauben kommen und wo der Sekt tatsächlich hergestellt wird. Oder anders formuliert: Offenbar wird hier an Orten geerntet und produziert, die die Verkäufer nicht so gern in die Auslage stellen.

14 von 27 made in Austria

Wer auf das neue Jahr mit Sekt aus Österreich anstoßen möchte, hat dennoch eine große Auswahl. 14 von 27 untersuchten Produkten, also mehr als die Hälfte, sind made in Austria. Die Weintrauben dafür wachsen in heimischen Rieden und auch die Herstellung erfolgt im Inland. Also dann: Prosit!

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Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Zuckergehalt: Irrtum
    von REDAKTION am 07.02.2012 um 10:47

    KONSUMENT hat aufmerksame Leser - danke für den Hinweis. Beim Kasten "Was heißt hier trocken?" wurden irrtümlich die inzwischen veralteten Zuckerwerte angebeben. Wir bitten um Entschuldigung und haben diesen Fehler inzwischen korrigiert.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • zuckergehalt - bezeichnung
    von weinsinne am 31.01.2012 um 09:10
    ich würde meinen die kriterien zum zuckergehalt sind falsch : naturherb, brut nature, unter 3g/l extra herb, extra brut, extra bruto, zwischen 0 – 6g/l herb, brut, bruto, unter 12g/l extra trocken, extra dry, extra seco, zwischen 12 – 17g/l trocken, sec, secco, asciutto, dry, seco, zwischen 17 – 32g/l halbtrocken, demi sec, abboccato, medium dry, semi sec,zwischen 32 – 50g/l laut Bezeichnungsvorschriften der österr. Bundeskellereiinspektion vom August 2011
  • Histamingehalt
    von Gabriella am 07.12.2011 um 11:42
    Ich gebe "multitude" vollkommen recht. Auch wenn der Histamingehalt (wenig bis keiner)nicht unbedingt als Qualitätskriterium gewertet werden kann, sollte er doch bei den Tests gemessen werden und aufscheinen. In weiterer Folge sollte es dann positiv bewertet bzw. erwähnt werden, wenn ein Hersteller den Histamingehalt auf dem Etikett angibt. Das gilt natürlich genauso für Wein. Mir und vielen anderen würde es helfen.
  • Histamingehalt
    von REDAKTION am 30.11.2011 um 12:22

    Bei allen unseren Lebensmittel-Tests spielt die Kennzeichnung der Produkte eine wichtige Rolle. Jeder Konsument muss sich darauf verlassen können, dass das, was auf der Verpackung steht, auch den Tatsachen entspricht. ist. Das war beim Testverlierer Rittsteuer nicht der Fall. Histamin im Sekt ist nur für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe relevant, und zwar für jene, denen das Enzym zum Abbau diese Substanz (teilweise) fehlt. Das Wissen um den Histamingehalt von Lebensmitteln ist für diese Personengruppe natürlich sehr wichtig und auch ein entscheidender Faktor für ihre Lebensqualität. Darüber hinaus ist Histamin aber kein generelles Qualitätskriterium.

    Untersuchungen zum Histamingehalt von Sekt gibt es bereits, z.B. von Prof. Jarisch vom Floridsdorfer Allergieambulatorium in Wien.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Bewertung
    von REDAKTION am 30.11.2011 um 11:53

    Alle Sektproben wurden sowohl von Fachleuten als auch Laien beurteilt. Die Verkostungskommission der Experten umfasste sechs Personen. Die Laienverkostung wurde mit insgesamt 25 Personen durchgeführt.

    Ihr KONSUMENT-Team