KONSUMENT.AT - Stevia: süßer Etikettenschwindel - Überraschende Zusätze (z.B. Zucker)

Stevia: süßer Etikettenschwindel

Raffiniert wie Zucker

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KONSUMENT 9/2012 veröffentlicht: 30.08.2012, aktualisiert: 25.10.2012

Inhalt

Überraschende Zusätze

Ein Produkt als natürlich zu verkaufen, das mit großem technologischem Aufwand hergestellt wird, ist an sich schon überraschend. Noch erstaunlicher, dass dort, wo Stevia draufsteht, sehr oft auch andere Stoffe für Süße sorgen. In 12 von 36 von uns untersuchten Proben steckten weitere Süßungsmittel. Am häufigsten wird hier der Zuckeralkohol Erythrit (Erythritol) verwendet.

Stevia + Zucker

Echt scharf ist vor allem aber ein weiterer Zusatz: Die meisten Kunden greifen zu Stevia-Produkten, um Zucker zu vermeiden. Und was finden wir in gezählten 10 Proben? Zucker! In den allermeisten Fällen kommt er in Form von Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker), Apfelsaft oder Apfel­süße zum Einsatz. Soviel nur zur angeblich zuckerfreien Alternative.

Und wer sich seinen Kaffee z.B. mit natreen stevia in Pulverform süßen möchte: Dieses Produkt besteht zum Großteil aus Malto­dextrin, einer Mischung aus Malz- und ­Traubenzucker. Der Anteil an Steviolglyko­siden beträgt gerade einmal mickrige drei Prozent. Als Füllstoff ist Maltodextrin selbstverständlich nicht kalorienfrei, sondern bringt 378 kcal/100 g auf die Waage.

Zutatenliste genau studieren

Hier heißt es also doppelt aufpassen: Überall dort, wo Stevia draufsteht, kann also auch Zucker oder ein anderes Süßungsmittel ­enthalten sein. Was weiter bedeutet, dass Produkte mit Stevia wesentlich mehr Kalo­rien enthalten können, als vermutet. Am ­genauen Studium der Zutatenliste führt ­daher kein Weg vorbei.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Stevia
    von qilin am 12.09.2012 um 16:52
    Also besonders objektiv scheint mir der Artikel ebenfalls nicht - besonders wenn er von anderen Zeitschriften übernommen, und dort dann auch gern noch aufgebauscht, wird - ich habe den Tipp aus dem Tiroler Bezirksblatt . Wenn ich /zwischen den Zeilen/ lese, scheint das Ergebnis zu sein: Stevia ist tatsächlich nicht natürlich - /ebensowenig/ wie Zucker schließlich sind auch Zuckerrüben nicht als Süßungsmittel zugelassen, und die Saccharoseextraktion ist vergleichbar aufwendig wie die von Steviolglycosiden - nur klingt das eben chemischer als Zucker . /Künstlich/ - also im Labor hergestellt, wie Saccharin, Aspartam oder Cyclamat, ist es aber /nicht/. Die Steviapflanze wird allerdings - im Gegensatz zur Zuckerrübe, die erst im 18. Jh. aus der Runkelrübe herausgezüchtet wurde - schon seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet. Dass irgendwelche Hersteller als Süßungsmittel nur Stevia angeben und andere verschweigen, ist natürlich bedenklich - aber das kann man doch nicht Stevia anlasten wenn jemand schreibt "mit Zucker gesüßt", obwohl auch Saccharin drin ist, ist das ja auch kein Nachteil von Zucker .
  • Stevia
    von REDAKTION am 04.09.2012 um 14:01
    Wir haben uns aus Platzgründen in diesem Artikel hauptsächlich mit Stevia beschäftigt und sowohl die Vorteile, aber auch die Nachteile dieses neuen Süßungsmittels dargestellt. Überrascht hat uns, dass dort, wo Stevia draufsteht, sehr oft auch andere Stoffe für Süße sorgen. Im nächsten Heft (Konsument 10/2012), das bereits in Druck ist erscheint ein Bericht über Zucker in Lebensmitteln - mit ebenfalls erstaunlichen Ergebnissen. Ihr Konsument-Redaktionsteam
  • Artikel Stevia
    von portellen am 04.09.2012 um 08:04
    Bin etwas über diese offensichtliche Zuckerwerbung auf Kosten von Stevia entsetzt. Allein die Argumente, warum die Pflanze selbst nicht zugelassen ist (etwaige Auswirkung einer anderen Züchtung!?!, Lebensstil ferner Länder) sind äußerst schräg. Auch die Zuckerwerbung (wichtige Masse für Backwaren?!), welcher ja auf ähnlich "unnatürliche" Weise aus dem Rohstoff gewonnen wird, find ich schlimm. Lob kann ich nur für die genauen Inhaltsstoffe der mit Stevia gesüssten Waren geben. Und noch etwas - im Gegensatz zu den synthetisch hergestellten Süßstoffen stammt Stevia (und natürlich auch Zucker) aus natürlicher Quelle. Das weißes Pulver (wieder Zucker oder Stevia) nicht in Rüben oder Blättern vorkommt, ist ja klar!
  • Artikel Stevia
    von markusaichholzer am 03.09.2012 um 16:58
    Ich habe noch nie bei Konsument einen derart einseitigen Artikel lesen müssen. Die Nachteile von Stevia zu beschreiben ohne zu erwähnen, dass Zucker die gleichen NAchteile hat, finde ich nich in Ordnung. Beispiele: - Die Tageshöchsmenge an Stevia wurde beschrieben. Nicht erwähnt wurde, dass auch Zucker nicht unbegrenzt eingenommen werden sollte. - es wurde nicht erläutert, dass in Produkten enthaltene Fruktose wohl auch von den enthaltenen Früchten kommen könnte - Es wurde nicht erwähnt, wieviel Zucker in ähnlichen Produkten ohne Stevia (z.B. Joghurts, Molkegetränke, Ketchup...) enthalten ist. - Als Kritikpunkt anzuführen, dass Schokolade mit Stevia nicht so gut ist, finde ich komisch. Fazit: Sehr einseitig und schmeckt nach "Auftragsarbeit" schöne Grüße MArkus Aichholzer