KONSUMENT.AT - Stevia: süßer Etikettenschwindel - Verpackungen: Schonfrist für Kennzeichnung bis 2013

Stevia: süßer Etikettenschwindel

Raffiniert wie Zucker

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KONSUMENT 9/2012 veröffentlicht: 30.08.2012, aktualisiert: 25.10.2012

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Verpackungen in Arbeit

Mindestens so interessant wie den Geschmack von Stevia-Produkten fanden wir auch ihre Kennzeichnung. Da die Zulassung des neuen Süßstoffs vor allem Werbetexter zu immer neuen sprachlichen Höhenflügen anregte, trat vor einigen Monaten der Gesetzgeber auf den Plan, damit die Sache nicht vollkommen unübersichtlich wird.

Mit der Leitlinie des österreichischen Gesundheitsministeriums vom Juni 2012 "über die täuschungsfreie Kennzeichnung von Lebens­mitteln, die mit dem Zusatzstoff Steviolglykoside (E 960) gesüßt sind", gibt es inzwischen eigene Begriffs-Listen. In ihnen ist festgehalten, welche Angaben die Konsumenten täuschen können und welche nicht.

Korrekte Bezeichnungen

Korrekt wäre die Bezeichnung "gesüßt mit Steviolglykosiden" oder "mit Steviolglyko­siden aus pflanzlicher Quelle", aber auch "mit Süßstoff Steviolglykoside aus Stevia", um nur einige Beispiele zu nennen. Blumige Formulierungen wie etwa "mit Stevia" oder "natürlich gesüßt" entsprechen dagegen nicht den Vorgaben.

Schonfrist bis 2013

Dass es hier für die Hersteller einiges zu tun gibt, zeigt das Ergebnis unserer Unter­suchung. Die meisten der am Markt befind­lichen Produkte haben Auslobungen, die der neuen Leitlinie widersprechen. Allerdings muss man fairerweise dazu sagen: Wir analysierten zu einem Zeitpunkt, als die aktuellen Bestimmungen eben erst publiziert wurden. Den Produzenten blieb daher kaum Zeit zur Umstellung ihrer Verpackungen, oder sie waren gerade mit einem Neudruck ihrer ­Etiketten beschäftigt.

Nach einer Schonfrist wird es daher erst 2013 von Amts wegen eine Schwerpunktaktion geben, bei der die dann am Markt befindlichen Stevia-Produkte ­unter die Lupe genommen werden.

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Kommentare

  • Stevia
    von qilin am 12.09.2012 um 16:52
    Also besonders objektiv scheint mir der Artikel ebenfalls nicht - besonders wenn er von anderen Zeitschriften übernommen, und dort dann auch gern noch aufgebauscht, wird - ich habe den Tipp aus dem Tiroler Bezirksblatt . Wenn ich /zwischen den Zeilen/ lese, scheint das Ergebnis zu sein: Stevia ist tatsächlich nicht natürlich - /ebensowenig/ wie Zucker schließlich sind auch Zuckerrüben nicht als Süßungsmittel zugelassen, und die Saccharoseextraktion ist vergleichbar aufwendig wie die von Steviolglycosiden - nur klingt das eben chemischer als Zucker . /Künstlich/ - also im Labor hergestellt, wie Saccharin, Aspartam oder Cyclamat, ist es aber /nicht/. Die Steviapflanze wird allerdings - im Gegensatz zur Zuckerrübe, die erst im 18. Jh. aus der Runkelrübe herausgezüchtet wurde - schon seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet. Dass irgendwelche Hersteller als Süßungsmittel nur Stevia angeben und andere verschweigen, ist natürlich bedenklich - aber das kann man doch nicht Stevia anlasten wenn jemand schreibt "mit Zucker gesüßt", obwohl auch Saccharin drin ist, ist das ja auch kein Nachteil von Zucker .
  • Stevia
    von REDAKTION am 04.09.2012 um 14:01
    Wir haben uns aus Platzgründen in diesem Artikel hauptsächlich mit Stevia beschäftigt und sowohl die Vorteile, aber auch die Nachteile dieses neuen Süßungsmittels dargestellt. Überrascht hat uns, dass dort, wo Stevia draufsteht, sehr oft auch andere Stoffe für Süße sorgen. Im nächsten Heft (Konsument 10/2012), das bereits in Druck ist erscheint ein Bericht über Zucker in Lebensmitteln - mit ebenfalls erstaunlichen Ergebnissen. Ihr Konsument-Redaktionsteam
  • Artikel Stevia
    von portellen am 04.09.2012 um 08:04
    Bin etwas über diese offensichtliche Zuckerwerbung auf Kosten von Stevia entsetzt. Allein die Argumente, warum die Pflanze selbst nicht zugelassen ist (etwaige Auswirkung einer anderen Züchtung!?!, Lebensstil ferner Länder) sind äußerst schräg. Auch die Zuckerwerbung (wichtige Masse für Backwaren?!), welcher ja auf ähnlich "unnatürliche" Weise aus dem Rohstoff gewonnen wird, find ich schlimm. Lob kann ich nur für die genauen Inhaltsstoffe der mit Stevia gesüssten Waren geben. Und noch etwas - im Gegensatz zu den synthetisch hergestellten Süßstoffen stammt Stevia (und natürlich auch Zucker) aus natürlicher Quelle. Das weißes Pulver (wieder Zucker oder Stevia) nicht in Rüben oder Blättern vorkommt, ist ja klar!
  • Artikel Stevia
    von markusaichholzer am 03.09.2012 um 16:58
    Ich habe noch nie bei Konsument einen derart einseitigen Artikel lesen müssen. Die Nachteile von Stevia zu beschreiben ohne zu erwähnen, dass Zucker die gleichen NAchteile hat, finde ich nich in Ordnung. Beispiele: - Die Tageshöchsmenge an Stevia wurde beschrieben. Nicht erwähnt wurde, dass auch Zucker nicht unbegrenzt eingenommen werden sollte. - es wurde nicht erläutert, dass in Produkten enthaltene Fruktose wohl auch von den enthaltenen Früchten kommen könnte - Es wurde nicht erwähnt, wieviel Zucker in ähnlichen Produkten ohne Stevia (z.B. Joghurts, Molkegetränke, Ketchup...) enthalten ist. - Als Kritikpunkt anzuführen, dass Schokolade mit Stevia nicht so gut ist, finde ich komisch. Fazit: Sehr einseitig und schmeckt nach "Auftragsarbeit" schöne Grüße MArkus Aichholzer