KONSUMENT.AT - Weihnachtskekse auf dem Prüfstand - Palmöl in jedem dritten Weihnachtsgebäck

Weihnachtskekse auf dem Prüfstand

Palmölfreie Weihnachten?

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veröffentlicht: 03.12.2019

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Eier, Mehl, Zucker … Palmöl? Selbst vor Lebensmitteln, die traditionell ohne Fett auskommen, macht die Industrie nicht halt. Wir haben bei sieben Supermarktketten erhoben, welche beliebten Weihnachtskekse ohne das exotische Öl auskommen.

Vanillekipferl, Lebkuchen, Spekulatius: Bereits lange vor Weihnachten stapeln sich in den Supermarkt-Regalen wieder die Weihnachtsleckereien. Kekse ohne langwieriges Backen? Ein verlockendes Angebot! Doch industriell hergestellte Süßigkeiten enthalten oft Palmfett. Und das, obwohl beispielsweise Lebkuchen, Kokosbusserl oder Zimtsterne ganz ohne Fett auskommen sollten. Wir wollten es genau wissen und haben bei 208 Kekspackungen in sieben Supermarktketten die Zutatenliste studiert. Unsere Untersuchung zeigt: In jedem dritten Weihnachtsgebäck ist Palmöl enthalten. Warum eigentlich?

Billig und beliebt

Fett gehört wie Zucker, Eier und Mehl neben Zeit und Hingabe zu den wichtigsten Dingen beim Backen. Es sorgt je nach Teigart für die richtige Konsistenz und das nötige Volumen. In traditionellen Rezepten kommt hier oft Butter zum Einsatz. Doch Palmöl besitzt ähnliche Eigenschaften: Es ist hitzestabil, lange haltbar und bei Zimmertemperatur streichfest. Zudem ist das Öl in der Industrie sehr begehrt, da sein Anbau ausgesprochen ertragreich und billig ist. Produzenten setzen Palmöl in durchschnittlich jedem zweiten Lebensmittelprodukt ein. Wir vom VKI warnen schon seit geraumer Zeit vor den negativen Aspekten.

Ökologisch bedenklich und ungesund

Zum einen gilt Palmöl, das einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren hat, als ungesund. Denn ein übermäßiger Verzehr von Palmöl, zum Beispiel in Fertiggerichten, kann sich negativ auf die Blutfettwerte und damit auf die Wirkung von Insulin im Körper auswirken. Dadurch erhöht sich das Risiko an Diabetes zu erkranken. Doch Palmöl gilt auch aus einem weiteren Grund als schädlich: Bei seiner Verarbeitung können krebserregende Stoffe entstehen. Bereits im Mai 2016 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Studie zu Schadstoffen in Pflanzenölen veröffentlicht. Konkret wurden dabei die Schadstoffe 3-MCPD- und Glycidyl-Ester untersucht. 3-MCPD wird als möglicherweise krebserregend eingestuft, Glycidol (das bei der menschlichen Verdauung von Glycidyl-Ester frei wird)  als wahrscheinlich krebserregend.

Zusätzlich ist Glycidol auch gentoxisch: Es kann das Erbgut der menschlichen Zellen schädigen. Zum anderen ist das Öl aus Sicht der Menschenrechte bedenklich. Denn was uns das Warten auf Weihnachten versüßen soll, hat verheerende Auswirkungen auf einem anderen Teil des Planeten. Die Hauptanbaugebiete sind derzeit Indonesien und Malaysia, wo riesige Flächen Regenwald Palmöl-Plantagen weichen müssen. Die Anbaupraktiken stehen in der Kritik: Umweltzerstörung, Landraub und Menschenrechtsverletzungen prägen den Palmölanbau. Wir haben berichtet:


Lesen Sie den ausführlichen Artikel - mit weiteren Informationen zu palmölfreien Alternativen wie Kokosfett oder irreführenden Auslobungen auf Verpackungen - hier: www.vki.at/palmoel-kekse

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