KONSUMENT.AT - Fleischproduktion - Wer hat Tönnies-Fleisch?

Fleischproduktion

Schweinereien im Schlachthof

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KONSUMENT 8/2020 veröffentlicht: 20.07.2020, aktualisiert: 27.07.2020

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Keine Übertragung über Fleisch

Zwar gibt es, was Tierhaltung und Herkunft betrifft, Orientierung für Konsumenten (siehe Kapitel "Gut zu wissen"). Angesicht der aktuellen Ereignisse stellt sich aber auch die Frage nach den Arbeitsbedingungen der Fleischproduktion.

Wir fragten bei heimischen Supermärkten und Fleischproduzenten nach. Unsere beiden Fragen lauteten: "Haben Sie Geschäftsbeziehungen zu Tönnies-Betrieben?" und "Können Sie ausschließen, dass Fleischwaren der Tönnies-Gruppe von Ihnen verarbeitet wurden?".

Noch vor der ersten Antwort erreichte uns eine Stellungnahme des "Koordinationsbüros Fleischwirtschaft" der Wirtschaftskammer. Einige Mitgliedsfirmen hatten sich angesichts unserer Fragen an ihre Interessenvertretung gewandt. Beantwortet wurde eine Frage, die wir gar nicht gestellt hatten.

Eine Übertragung des Virus über Fleisch sei nach dem derzeitigen Kenntnisstand auszuschließen. Wichtigste Botschaft: "Verarbeitungsfleisch, das aus Deutschland nach Österreich geliefert wird, stellt daher mit Sicherheit kein Corona-Risiko für die österreichische Bevölkerung dar." Das gilt derzeit tatsächlich als sehr unwahrscheinlich.

Wer hat Tönnies-Fleisch?

In den meisten Fällen verwiesen denn auch die von uns angeschriebenen Firmen auf die Stellungnahme des Koordinationsbüros Fleischwirtschaft. REWE und SPAR erklären unisono, keine Geschäftsbeziehungen mit Tönnies zu haben, HOFER verweist darauf, dass nur für Fertiggerichte "in einem kleinen Anteil", Tönnies-Fleisch verarbeitet werde, LIDL räumt ein, "fallweise und zeitlich begrenzt Aktionsware aus Deutschland, u.a. von Tönnies" im Verkauf zu haben.

M-Preis hat Lieferungen von Tönnies mittlerweile gesperrt, die Firma Berger die Tönnies-Lieferungen aufgrund der aktuellen Situation ebenfalls ausgesetzt. Auch "Speckkaiser" Handl ist Tönnies-Kunde: Für den deutschen Markt wird zertifiziertes "Q&S-Fleisch" verwendet, ein Standard, den Tönnies-Betriebe erfüllen. Clemens Tönnies ist übrigens Mitglied des Aufsichtsrates von Handl Tyrol.

Das Fazit ist aber klar: Wer beim Einkauf sicher gehen will, dass ein Fleischprodukt nicht unter prekären Verhältnissen erzeugt wurde, hat es schwer.

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Kommentare

  • RADATZ/STASTNIK
    von KRW60 am 27.07.2020 um 11:08
    Interessant zu lesen, wie sich hier um die Frage gedrückt wurde.
    Auch das ist eine sehr EINDEUTIGE Antwort.