Cross- und Hometrainer

Treten ohne buckeln

Seite 10 von 13

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 3/2003 veröffentlicht: 20.02.2003

Inhalt

Konsument sprach mit Univ.-Prof. Dr. Paul Haber, Leiter der Abteilung Sportmedizin am AKH Wien.

Konsument: Welches Gerät empfehlen Sie welcher sportlichen Zielgruppe?
Prof. Haber: Zimmerfahrräder sind absolut sicher und eignen sich daher auch gut für Ältere und weniger Geschickte, ebenso für Menschen mit Übergewicht. Am Crosstrainer sind generell mehr Muskeln in Bewegung, die Muskeln im Kniebereich werden stärker trainiert als beim Zimmerfahrrad.

Konsument: Wie soll mit dem Training begonnen werden?
Prof. Haber: Wer bisher nicht ganz untätig war und gesund ist, sollte zu Trainingbeginn an drei Tagen der Woche 20 Minuten trainieren. Eine Steigerung um fünf Minuten pro Woche erfolgt nach sechs Wochen. Dreimal wöchentlich 45 Minuten ist eine sehr gute, 60 Minuten pro Einheit eine Top-Leistung.

Konsument: Welches sind die häufigsten Trainingsfehler?
Prof. Haber: Der häufigste Fehler ist übertriebener Ehrgeiz. Richtiges Training umfasst moderate Anstrengung, bei der keine Atemnot entstehen sollte, das heißt, 60 Prozent der allgemeinen Leistungsfähigkeit sollen dabei kontinuierlich gegeben sein. Die Kontrolle erfolgt durch eine individuelle Trainings-Herzfrequenz, die bei einer leistungsmedizinischen Ergometrie bestimmt werden kann.

Konsument: Wie wird die Herzfrequenz kontrolliert, bzw. gibt es eine Faustregel dafür?
Prof. Haber: Ein eingebauter Herzfrequenzmesser ist ein wichtiges Feature. Faustregeln können nicht empfohlen werden, der Wert muss individuell erhoben werden. Vor allem bei über 40-Jährigen könnten die nach Faustregeln (z. B. 180 minus Lebensalter in Jahren) empfohlenen Herzschläge im Einzelfall um bis zu 15 Schläge plus/minus divergieren.

Konsument: Wann ist eine sportmedizinische Untersuchung ratsam?
Prof. Haber: Wer jung und gesund ist, braucht keine zusätzliche Untersuchung. Sie empfiehlt sich ab einem Alter von 40 Jahren.

Konsument: Wer sollte nicht am Home- oder Crosstrainer trainieren?
Prof. Haber: Es gibt keine Risikogruppen, keine chronischen Krankheiten und kein Alter, in dem man nicht trainieren darf. Ein Risiko stellt allein ein akutes gesundheitliches Ereignis wie Entzündung oder Fieber dar. Dann sollte nicht trainiert werden. Bei Krankheiten wie etwa Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das Training auch Teil der Therapie sein. 80 Prozent der Patienten sprechen auf ein Ausdauertraining ähnlich an wie auf Medikamenteneinnahme.

Konsument: Wodurch unterscheidet sich das Ausdauertraining vom Training zur Gewichtsabnahme?
Prof. Haber: Da gibt es keine speziellen Unterschiede. Um Gewicht zu verlieren, ist nur eines wichtig: Die Kalorienbilanz (mit der Nahrung aufgenommene Kalorien minus die durch Bewegung verbrauchten Kalorien) muss negativ sein.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
2 Stimmen
Weiterlesen
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo