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Flugbuchungen online

Preisturbulenzen

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KONSUMENT 7/2014 veröffentlicht: 26.06.2014, aktualisiert: 28.05.2015

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Vorsicht vor irrtümlicher Dauerversicherung

Zu einem Problem können auch die gleich mitangebotenen Reiseversicherungen werden: Manche sind nicht auf die jeweilige ­Reise hin angelegt, sondern für ein ganzes Jahr. So mancher Konsument hat sich schon gewundert, als die Jahresprämie plötzlich ein weiteres Mal abgebucht wurde. Wer sich beim Buchen irrtümlich „dauerversichert“ und den Fehler rechtzeitig bemerkt, kann laut Fern-Finanzdienstleistungsgesetz innerhalb von zwei Wochen noch vom Vertrag zurücktreten.

Cash, aber sofort!  

Ärgerlich können auch die angebotenen ­Zahlungsvarianten sein. Laut Gesetz muss ­jeder Anbieter eine Zahlungsart ohne Zusatzgebühr vorsehen. Manche tun dem Gesetz Genüge, indem sie wenig verbrei­tete Systeme wie zum Beispiel „Entropay“ bei Opodo.de oder eine eigene Mastercard bei fluege.de anbieten. Für gängige Zahlungsmittel wie ­Visa oder MasterCard wird dann eine Gebühr verlangt. Ein konkreter Fall: Zu einem günstigen Angebot von Checkfelix/Opodo für einen Flug nach Paris für vier Per­sonen kamen noch fast 12 Euro pro Person (insgesamt an die 48 Euro!) dazu.

Selbst unmittelbare Zahlungen sind unter Umständen mit erheblichen Kosten belastet (wie etwa 11 Euro pro Person bei Sofortüberweisung). Oder es werden extrem kurze Zahlungsziele vorgegeben, wie zum Beispiel bei Elumbus, wo sich der Flugpreis erhöht, wenn nicht am gleichen Tag überwiesen wird.

Onlinebuchungen dauern

Online zu buchen ist mitunter eine günstige Variante, aber nicht unbedingt die zeit­sparendste, wie Verbraucher immer wieder angeben. Wenn man über diverse Online-Flugbuchungsplattformen oder Airlines nach dem (auch zeitlich) passenden Flug sucht, muss man unter Umständen mehrmals verschiedene persönliche Angaben und Reisedaten eingeben und warten, warten, warten ... Im Nu ist da eine Stunde vorbei. Deutlich mehr Zeit, als für die Buchung und Beratung selbst bei einem längeren Aufenthalt in ­einem Reisebüro angefallen wäre. Wer also einen guten Reiseberater kennt, kann dessen Servicegebühren auch unter dem Posten „Nervenschonung“ abschreiben.

EU-weite Überprüfung von Reise-Websites

Aufgrund der vielen Anfragen europäischer Konsumenten nahmen die Verbraucherbehörden 2013 die Websites von Flug- und Hotelanbietern ins Visier. 552 Homepages wurden kontrolliert, fast 70 Prozent entsprachen nicht dem europäischen Verbraucherrecht. In Österreich wurden 9 Anbieter überprüft, 6 davon waren mangelhaft.

Am häufigsten beanstandet wurden fehlende Angaben zum Dienstleistungsanbieter – z.B. nicht angeführte Kontaktmöglichkeiten (besonders E-Mail-Adresse); oder unklare Angaben zum Beschwerdeverfahren. Oder die kostenpflichtigen Zusatzleistungen wurden nicht auf Opt-in-Basis angeboten, sondern waren bereits angewählt (was dem Verbraucherrecht widerspricht).

Bei rund 20 Prozent der überprüften Websites war das dargestellte Preisangebot unvollständig und enthielt nicht alle unvermeidbaren Kosten. Die gute Nachricht: Die Mehrzahl der beanstandeten Anbieter hat die Mängel mittlerweile behoben, die rest­lichen arbeiten angeblich daran.

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Kommentare

  • Das gesamte Online-Buchungsgeschäft ist illegal
    von NETclub50plus am 07.07.2014 um 16:05
    Das fällt nur niemandem auf. Denn für das Gewerbe der Reisevermittlung - wie es ja de facto auf den Online-Plattformen stattfindet - wäre eine entsprechende Gewerbeberechtigung in Österreich erforderlich. Eine solche besitzen aber die mir bekannten Online-Plattformen nicht. Sie reden sich deshalb in den Selbstdarstellungen darauf aus "nur Werbe-Plattform" (also nicht Vermittler) zu sein. Rechtlich ist das völlig irrelevant, weil in Wirklichkeit ja sehr wohl die Buchungsmöglichkeit angeboten wird. Wie streng hingegen die entsprechenden Gesetzesbestimmungen - gegenüber Kleinen! - ausgelegt werden, weiß ich aus eigener, leidvoller Erfahrung: Ich habe vor Jahren eines meiner Computerseminare in einem Hotel in Laa an der Thaya abgehalten. Dazu übermittelte ich dem Hotelier die Namen der aus Wien anreisenden Teilnehmer, auf dass er sie in seinem Hause unterbringe. Nicht mehr. Das hat mich 600 Euro gekostet. Im entsprechenden Bescheid des Magistrats (9. Bezirk) wurde zwar bestätigt, dass keinerlei Bereicherung durch mich stattfand (ich habe also keine Provisionen kassiert - sehr im Unterschied zu den Buchungsplattformen - keinerlei Aufschlag berechnet, ja nicht einmal das Geld für die Unterkunft kassiert das bezahlten alle Teilnehmer selbst im Hotel). Dennoch musste ich die Strafe berappen. Denn laut Strafverfügung sei nicht die Gewinnabsicht ausschlaggebend, allein das Senden einer E-Mail mit den Namen von Gästen erfülle aber schon den Tatbestand der unerlaubten Vermittlertätigkeit...:-( Und wie sieht das bei den Plattformen mit ihren Millionen-Umsätzen aus? Da traut sich unser Rechtssystem nicht dran. Wer legt sich schon gerne mit Konzernen an? Mit "Kleinen" schon. PS: Als strafverschärfend galt, dass ich für meine Teilnehmer Karten für ein Konzert von Peter Kraus beschafft hatte, das zu diesem Zeitpunkt dort stattfand. Ich pilgerte zur Raiffeisenbank, kauft die Karten von eigenem Geld und gab sie ohne Aufschlag an die daran interessierten Teilnehmer weiter (wurde so auch im Bescheid bestätigt). Das hätte ich aber auch nicht dürfen, denn auch dazu bedarf es einer entsprechenden Gewerbeberechtigung ...