Hachette-Modellbausätze

Teures Hobby

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KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015

Inhalt

"Vorsicht Falle": Für die Schiffsmodelle im Abo braucht man viel Geschick, viel Geduld und viel Geld.

Eingefleischte Modellbauer sind eine eigene Spezies, die keine Kosten und Mühen scheut und für die – in Anlehnung an einen Werbeslogan – schon der Weg das Ziel ist. Wie man einschlägigen Internetseiten entnehmen kann, gelingt es dem französischen Hachette-Verlag durchaus, diese Zielgruppe mit seinen Schiffsmodellen im Maßstab 1 : 200 zu bedienen. Die Fernsehwerbung für die wöchentlich erscheinenden Hefte, die technische und historische Zusatzinformationen zu den Schiffen und ihrer Zeit enthalten und denen jeweils ein Bauteil beiliegt, richtet sich freilich an ein breiteres Publikum. Man bekommt Lust, es selbst einmal zu probieren.

Drei Jahre bis zur Fertigstellung

Heft 1 kostet ohnehin nur 1 Euro. Dieses und alle folgenden, teureren, kann man im Zeitschriftenhandel erwerben oder gleich abonnieren. Einsteiger übersehen freilich – in mehrfacher Hinsicht – die Dimensionen dieser Projekte: Die Modelle haben eine Länge von einem Meter und mehr. Da stellt sich nicht nur die Frage, wo man sie nach Fertigstellung unterbringt, sondern auch die, wo man über einen längeren Zeitraum die „Werft“ einrichtet. Ein Abo besteht nämlich in der Regel aus 140 bis 150 Lieferungen. Bei 4 Heften pro Monat dauert es drei Jahre, bis alle Bestandteile vorhanden sind. Diese bestehen aus Holz, Metall oder Kunststoff und erfordern sehr genaues Arbeiten. Da muss geschliffen, gespachtelt, geklebt, grundiert und lackiert werden, damit am Ende alles exakt zusammenpasst und auch optisch etwas hermacht.

Teurer Spaß - für Einsteiger wenig geeignet

Die Freude sollte man zwischendurch besser nicht verlieren, denn 140 bis 150 Hefte bedeuten einen Endpreis von 950 bis 1.000 Euro! Wer vorzeitig aussteigt, hat ein unfertiges Modell, viel Geld ausgegeben und kann höchstens noch versuchen, die bis dahin erworbenen Bauteile an Sammler zu verkaufen. Für Einsteiger ist der Weg in ein Fachgeschäft zweifellos sinnvoller, wo es vergleichbare Qualität plus Beratung zu zeitlich und preislich günstigeren Konditionen gibt.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo