Harakiri zur Bescherung

"Was soll ich diesmal schenken?"

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Konsument 12/2001 veröffentlicht: 01.12.2001

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Wakizahi & Katanaschwert

Einen typischen Weihnachtskatalog, wie er in den meisten Haushalten zu finden ist, erkennt man daran, dass er alle Jahre wieder die „Samurai-Schwerter“ enthält.
Für dieses Phänomen muss es einen tieferen Grund geben. Entwickeln unbegabte Schenker, die die Bescherung wie ein Damoklesschwert über ihrem Haupt hängen sehen, eine instinktive Zuneigung zum Harakiri-Schwert?
Man weiß es nicht. Sicher ist hingegen, dass ein Weihnachtskatalog, der auf sich hält, das „60 Zentimeter lange Schwert Wakizahi für Harakiri“ als Geschenkidee anpreist. Und natürlich das „96 Zentimeter lange Katanaschwert für den Kampf.“ Das ist Tradition, das gehört zu Weihnachten wie der Kranz zum Advent.
Die Beständigkeit, mit der die Schwerter angeboten werden, lässt den Schluss zu, dass sie auch gekauft werden. Von wem, ist klar: Von den Verzweifelten, die damit den gordischen Knoten des Schenkenmüssens mit einem Schwerthieb zu erledigen hoffen.

Volle Abstellkammern

Rätselhaft bleibt, wer damit beschenkt wird. Man kann viele Wohnungen betreten, ohne jemals „Samurai-Schwerter mit Holzständer“ zu erblicken.
Man kann nur vermuten: Die Abstellkammerln in diesem Land müssen vor Harakiri-Schwertern nur so strotzen. Aber das soll ja anderen originellen Weihnachtsgeschenken auch passieren.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo