KONSUMENT.AT - Kindergetränke und Süßigkeiten: Alarmierend viel Zucker und unnötige Farbstoffe - Zusatz von Vitaminen unnötig

Kindergetränke und Süßigkeiten: Alarmierend viel Zucker und unnötige Farbstoffe

Genießen mit Vorsicht

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veröffentlicht: 24.10.2007

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Zusatz von Vitaminen unnötig

10 der 15 Getränke sind mit Vitaminen, vor allem mit B und C angereichert. Winny und Sporty von Vitacan sowie Multivitamin von Capri Sonne enthalten Folsäure. Bei einigen Getränken ist der Mineralstoff Calcium zugesetzt. Laut österreichischem Ernährungsbericht ist die Versorgung der Drei bis Sechsjährigen mit Calcium und Folsäure unzureichend. Aber auch bei Vitamin D und Jod besteht Bedarf. Insgesamt gesehen, macht der Zusatz von Nährstoffen die Getränke nicht gesünder. Mit Ausnahme von Calcium und Folsäure handelt es sich um willkürliche Anreicherungen. Auch wohl klingende Zusätze wie Echinacea in Sporty von Vitacan und Aloe Vera in Winny von Vitacan sind nichts anderes als ein Verkaufsgag.

Fazit: als Durstlöscher nicht empfehlenswert

Zuckerhaltige Kinder-Limonaden sind wegen des hohen Kaloriengehalts nicht empfehlenswert. Zudem gibt es bei den speziellen Kindergetränken große Preisunterschiede. Sie kommen auf 0,08 Euro (Leo Fresh Roter Früchte Mix) bis 0,32 Euro (Disney Orange Ananas Fruitdrink von Cappy) pro 100 Milliliter. Bessere Durstlöscher und zumeist schonender für die Brieftasche der Eltern: Früchtetee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte.

Kindernaschereien: verdächtige Farbstoffe

Neben den Kindergetränken haben wir 119 Kindersüßigkeiten eingekauft. Wir wollten wissen, wie häufig bestimmte Zusatzstoffe in Produkten, die Kinder gerne essen, vorkommen. Deshalb haben wir gezielt nach Naschereien mit dem Konservierungsmittel E 211 und mit folgenden Farbstoffen gesucht: E 102 , 104 , 110 , 122 , 124 und 129 . Die Palette reicht von Fruchtgummi und Schokolinsen über Schaumzuckerwaren, Lollies, Kaugummi, Schokolade und Joghurt bis hin zur Dessertsauce und Pudding.

Zusammenhang von Hyperaktivität und Farbstoffen?

Der Konsum dieser Zusatzstoffe kann laut einem aktuellen Bericht der britischen Food Standards Agency (FSA) eine Auswirkung auf hyperaktives Verhalten von Kindern haben. Für das auch als Zappelphilipp-Syndrom bekannte Verhalten können verschiedene Ursachen Auslöser sein. Die FSA empfiehlt Eltern von hyperaktiven Kindern, Produkte mit derartigen Farbstoffen vorsichtshalber vom Speiseplan zu streichen.

Unnötige Farbstoffe

Die untersuchten Kinderprodukte enthalten neben anderen Zusatzstoffen im Schnitt zwei der sieben verdächtigen Inhaltsstoffe. Im Produkt Gschwandtner Partydose sind es sogar sechs. Gschwandtner Fizzers enthalten fünf. Bei neun weiteren Produkten kommen jeweils vier Farbstoffe zum Einsatz. Am häufigsten fanden wir E 104, gefolgt von E 129 und E124. Das Konservierungsmittel E 211 war in den Naschereien nicht enthalten. Bei den Kindergetränken haben sich die Hersteller mit der Beigabe von Farbstoffen zurückgehalten. Nur bei Almdudler still und Trinkbärli wurden wir fündig. Almdudler enthält das Konservierungsmittel E 211. Im Trinkbärli Himbeer ist der Farbstoff E 122 drinnen.

Grundsätzlich müssen Hersteller für die Verwendung von Zusatzstoffen eine technologische Notwendigkeit nachweisen. Ein Konservierungsmittel in einem leicht verderblichen Produkt kann durchaus Sinn machen. Warum aber müssen Gummilutscher knallrot oder ein Pudding quietschgelb gefärbt sein? Wen interessiert eine exakte Farbnuance bei einem verpackten Produkt? Dass es auch ohne Zusatz geht, zeigt sich bei etlichen Gummi-Naschereien, die mit pflanzlichen Auszügen gefärbt sind.

Fazit: Auch Eltern, deren Sprösslinge weit entfernt von Zappelphilipp und Co sind, sollten hinterfragen, ob der gelegentlichen Freude an Süßigkeiten nicht auch ohne künstliche Farbstoffe Genüge getan ist. Wer Kindern Süßigkeiten kauft, ist auf jeden Fall gut beraten, die Zutatenliste auf der Verpackung genau zu studieren.

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