KONSUMENT.AT - Reisekoffer: viele Schadstoffe - PAK und Phthalate

Reisekoffer: viele Schadstoffe

Schönwettergepäck

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 24.05.2012, aktualisiert: 28.06.2012

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PAK und Phthalate

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gelangen über Weichmacheröle und Ruß in Kunststoffe. Einige PAK können Krebs erzeugen, das Erbgut verändern, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, das Kind im Mutterleib schädigen.

Phthalate (Weichmacher) werden eingesetzt, um PVC weicher zu machen. Bestimmte Phthalate (DEHP, BBP, DBP und DIBP) sind gefährlich. Sie können u.a. die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Dabei wäre die Verwendung gefährlicher Phthalate nicht nötig, denn es gibt beispielsweise unschädliche Ersatzstoffe sowie PAK-freie Weichmacheröle. Doch diese Alternativen sind oft teurer.

PAK und Phthalate gelangen bei Kontakt mit belasteten Teilen über die Haut in den Körper. Je mehr Schadstoffe ein Kunststoff enthält und je länger der Hautkontakt andauert, desto höher ist das Gesundheitsrisiko. Für PAK und Phthalate in Verbraucherprodukten gibt es bislang keine gesetzlichen Grenzwerte. Doch es wird diskutiert, Krebs erzeugende PAK in der EU zu verbieten. Ab 2015 wird der Einsatz der gefährlichen Phthalate DEHP, BBP, DBP und DIBP beschränkt.

Die Bewertung im Test orientiert sich an der EU-Diskussion und am GS-Prüfzeichen. (Dieses Zeichen bescheinigt, dass ein Produkt sicher ist im Sinn des deutschen Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes. Die GS-Zertifizierung soll Konsumenten sowohl bei bestimmungsgemäßer Verwendung als auch beim vorhersehbaren Fehlgebrauch des Produkts vor Schaden bewahren.) Wurden Krebs erzeugende PAK festgestellt, lautet die Bewertung „nicht zufriedenstellend“. Das gilt ebenso bei mehr als 10 Milligramm PAK pro Kilogramm Kunststoff. Auch hohe Gehalte an den vier genannten Phthalaten bedingen die Bewertung „nicht zufriedenstellend“.

Falls Sie bereits einen Koffer erstanden haben, der im Test aufgrund seines Schadstoffgehalts als „nicht zufriedenstellend“ bewertet wurde, und diesen umtauschen möchten, sind Sie allerdings auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Bislang gibt es keine Grenzwerte; der Händler ist also nicht dazu verpflichtet, den Koffer zurückzunehmen und den Kaufpreis zu retournieren. Da die Phthalate DEHP, BBP, DBP und DIBP zu den "Substanzen mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften“ zählen, sind Händler und Hersteller in der EU jedoch gesetzlich dazu verpflichtet, Konsumenten auf Anfrage mitzuteilen, ob diese Substanzen in einem Produkt enthalten sind. Nachfragen dient in diesem Fall also Ihrer Gesundheit.

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Kommentare

  • Reisekoffermarken
    von Noag am 02.02.2018 um 15:23
    Testmarken 19 Reisekoffer... ...warum wurden gerade diese Reisekoffer getestet? Ich habe einige der besten Reisekoffer angesehen welche laut Konsument getestet worden wären und würde mir keinen aufgrund der Qualität kaufen und bin sehr enttäuscht von KONSUMENT und das ich eingetreten bin. Der Reisekoffertest von 2012 ist ein totaler Reinfall für mich.