KONSUMENT.AT - Skibrillen mit Wechselscheiben - Im Praxistest wenig Kritik

Skibrillen mit Wechselscheiben

Für alle Fälle gerüstet

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KONSUMENT 1/2013 veröffentlicht: 27.12.2012

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Brille abnehmen, Handschuhe ausziehen

Bei anderen Modellen wiederum sind Schlecht- oder Schönwetterscheiben komplett aus dem Rahmen aus- und wieder einzubauen. Das funktioniert nur bei abgenommener Brille, und ohne Handschuhe geht es wesentlich besser als mit Handschuhen. Vor allem bei Schnee­treiben ist es unangenehm: Gelangt Schnee auf die Scheibeninnenseite, muss er vorsichtig mit einem weichen Tuch weggetupft werden. Wer ungeduldig an der Scheibe reibt und wischt (oder auf ihre Innenseite greift), kann die Antifog-Beschichtung ruinieren – die ­Scheibe beschlägt. Nicht zuletzt sind Doppelscheiben klobig und sperrig und haben nicht in jeder Skijacke Platz.

Wenig Kritik im Praxistest

An den Seh- und Trageeigenschaften der Brillen gab es im Praxistest wenig zu bekritteln. Konturen waren auf der Piste sowohl mit Schön- als auch mit Schlechtwetterscheiben gut zu erkennen. Die Schönwetterscheiben von Adidas und Smith I/O dunkelten allerdings ­etwas zu wenig ab, die von Head Stivot Race und vor allem jene von Smith I/OS war bei ­Sonnenschein viel zu hell. Displays von Handys oder Kameras waren mit sämtlichen Brillen gut zu lesen, und die Antifog-Beschichtung erfüllte ihren Zweck bei allen ­Modellen tadellos.

Damit überholende Skifahrer rechtzeitig ­gesehen werden, sollen Skibrillen das ­Gesichtsfeld möglichst wenig einengen. Schwarze Umrandungen auf der Scheiben­innenseite, dicke Schaumstoffauflagen, Befestigungsmagnete sowie bei bestimmten Lichtverhältnissen auftretende Innen­spiegelungen können stark irritieren. Schließt eine Brille rundum nicht gut ab, stört einfallendes Licht. Auch hier gab es an den getesteten Modellen wenig auszu­setzen. Bei der Alpina Panoma Magnetic wurden allerdings die Befesti­gungs­mag­nete als störend empfunden.

Schaumstoff und Fleece

Hinsichtlich Tragekomfort waren Brillen mit mehrlagiger Schaumstoffauflage und zusätzlicher Fleeceschicht die Favoriten unserer Tester. Doch so angenehm Fleeceschichten einerseits sind: einmal feucht geworden, trocknen sie nur langsam. Anon. m1. und TecnoPro drückten auf die Nasenflügel und erschwerten das Atmen.

Die Hersteller versprechen bei Schön- wie Schlechtwetterscheiben 100-prozentigen UV-Schutz bis 400 Nanometer. Wir haben nachgemessen. Das Ergebnis: Bei der Tecno­Pro wurde zu viel zugesagt. Bei diesem ­Modell schützt die helle Schlechtwetter­scheibe nur bis 380 Nanometer.

Robust, aber oft nicht kratzfest

 

Den Test auf Schlagfestigkeit haben alle Scheiben sehr gut bestanden. Das aufprallende Pendel hinterließ zwar in sämtlichen Scheiben kleine Dellen, doch keine splitterte oder zerbrach. Viele Brillenscheiben sind ­allerdings nicht kratzfest.

Setzt man sich in der Skihütte oder im Auto versehentlich auf die Skibrille, ist das meis­tens kein Malheur. Ausgenommen GPR (Tragebandhalterung und Scheibe lösten sich aus dem Rahmen) und Uvex take off (die Basisscheibe wurde geknickt) überstanden alle Brillenmodelle den Belastungstest weitgehend unbeschädigt.

PVC in keinem Brillenrahmen entdeckt

PVC scheint bei der Brillenerzeugung mittlerweile kein Thema mehr zu sein: Es wurde in keinem Brillenrahmen nachgewiesen. ­Warum PVC dann nach wie vor in manchen Verpackungen (so bei Cébé, Oakley, Smith I/OS) enthalten ist, können wir nicht nachvollziehen. Im Schaumstoff/Fleece wurden vereinzelt geringe Mengen Phenol (Tecno- Pro, Uvex take off) bzw. Flammschutzmittel (Smith I/O) festgestellt.

Unbedingt vor dem Kauf probieren

Welche Brille individuell am besten passt, am angenehmsten zu tragen ist, lässt sich nur durch Probieren feststellen. Brille und Skihelm müssen zudem zusammenpassen. Nehmen Sie Ihren Helm daher zum Brillenkauf mit. Achten Sie darauf, dass der obere Brillenrand mit dem Helm abschließt. Bleibt dort ein Spalt (im Test bei GPR), ist die Stirn an dieser Stelle Kälte und Wind ausgesetzt, was extrem unangenehm sein kann. Das ­Trageband sollte problemlos am Helm zu ­befestigen sein. Ist es zu wenig dehnbar oder ungummiert, kann die Brille wegrutschen, wenn sie zwischendurch auf den Helm geschoben wird.

Scheibenwechsel erklären lassen

Lassen Sie sich vom Verkäufer auf jeden Fall das Scheibenwechselsystem erklären und probieren Sie wenn möglich auch gleich im Geschäft aus, ob Sie mit dem System gut zurande kommen. Machen Sie sich mit Ihrer Brille schon vor dem Skiurlaub vertraut. Auf der Piste sollten Sie den Scheibenwechsel bereits gut beherrschen. Anweisungen finden Sie in der Gebrauchsanleitung oder auf der Brillenpackung. Etliche Anleitungen sind allerdings so klein geschrieben, dass sie nur mit viel Mühe zu entziffern sind. Da gibt es noch erheblichen Verbesserungsbedarf!

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