Trekkingräder

Am Limit

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Konsument 6/2000 veröffentlicht: 01.06.2000

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Gefährdete Sattelstütze und Gabel

Probleme gab es vor allem bei der Prüfung der Sattelstütze. 7 der 14 getesteten Trekkingbikes sind mit einer gefederten Sattelstütze ausgestattet, die offenbar eine niedrigere Lebensdauer hat. Bei Hercules Bali und Bianchi Spillo ist die Sattelstütze auch in Nachtests gebrochen, sie wurden daher abgewertet.Auch dem Puch Pace 355 konnte eine Abwertung nicht erspart werden: Die Gabel wurde stark verbogen. Und Mängel in diesen Bauteilen sind so ziemlich die gefährlichsten bei einem Fahrrad.

Durchwegs gute Bremsen

Dagegen konnten bei den Bremsen im Labor keine Mängel festgestellt werden. Darin zeigt sich die hervorragende Bremswirkung der neuen Generation, der V-Brake, ohne die heute kein Rad mehr auskommt – zumindest nicht in dieser Preisklasse (ab 7000 Schilling). In der Praxis tauchte dennoch ein gravierendes Problem auf: Giant Freerider 21 ist mit Rollenbremsen ausgerüstet; diese sind an der Radnabe montiert und hätten den Vorteil, dass sie gegen Nässe nicht empfindlich sind. Nachteil ist, dass sich die Bremstrommeln stark erhitzen, was den berüchtigten Fading-Effekt nach sich zieht: Bei häufigem Betätigen (lange Bergabfahrten) verliert die Bremse stark an Wirkung.

Das zweite Modell, dessen Bremsverhalten von den Testfahrern kritisiert wurde, ist Bianchi Spillo. Dessen Bremsen warten mit einem speziellen Extra auf: Eine Umlenkung an den V-Brake-Armen sorgt für eine Bremskraftbegrenzung. Bei einer Vollbremsung wird die Bremskraft so weit dosiert, dass die Reifen nicht blockieren. Das macht durchaus Sinn, da bei einem heftigen Bremsmanöver der Pedalritter leicht abgeworfen werden könnte. Allerdings besteht diese Gefahr nur für die vordere Bremse. Am Hinterrad ist eine Bremskraftbegrenzung überflüssig, oder sogar – wie sich im Fall Bianchi zeigte – ein Nachteil. Die Bremse lässt sich schlecht dosieren, weil sie schwammig wirkt und kein Druckpunkt festzustellen ist.

Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo