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Wanderstöcke

Auf allen Vieren

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Konsument 3/2004 veröffentlicht: 18.02.2004

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Wie bei den Schistecken

Die Stocklänge sollte so gewählt werden, dass in Standposition Ober- und Unterarm einen rechten Winkel (90 Grad) bilden. Zumindest gilt dies für ebenes und schwach geneigtes Gelände. Je steiler es bergan geht, desto kürzer können die Stöcke eingestellt werden, je steiler bergab, desto länger. Bei längeren Hangquerungen kann es sinnvoll sein, die Stöcke unterschiedlich einzustellen: den unteren Stock länger, den oberen kürzer. Bei Richtungswechsel (auf einem Serpentinenweg) nimmt man die Stöcke jeweils in die andere Hand.

Manche Stöcke sind mit einer Federung ausgestattet; sie geben beim Aufsetzen etwas nach, was Handgelenke, Ellbogen und Schultern schont. Das ist gewiss ein Vorteil, allerdings sollte die Federung auch abgestellt werden können, weil sie nicht immer erwünscht ist. Beim Bergaufgehen bringt sie wenig und hat obendrein den Nachteil, dass sie die eingesetzte Kraft schluckt. Das Ein- und Abstellen des Federmechanismus wurde bei Black Diamond Ascent schlecht bewertet, weil sich die jeweilige Position auch ungewollt verstellen kann.

20 Modelle getestet

Wir haben 20 Modelle einer Labor- und Praxisprüfung unterzogen. Sechs Hersteller prägen den Markt: Komperdell, Kohla und Erbö aus Österreich, Leki und Exel aus Deutschland sowie Black Diamond aus den USA. Daneben gibt es einige Handelsmarken, die bei Markenfirmen produzieren lassen. So sind beispielsweise die Modelle Edelweiss von Komperdell und Outdoor Time bis auf die Bedienungsanleitung ident. Nicht immer sind No-Name-Produkte allerdings gleichwertig mit ihren Vorbildern. Beispielsweise TCM Natur Trail, ein kurzfristiges Angebot bei Tchibo/Eduscho, das weitgehend baugleich mit einem Markenprodukt war – bis auf die Verstellmutter des Spreizkeiles; die war aus Kunststoff statt aus Metall. Und prompt ist sie bei der Festigkeitsprüfung gebrochen.

Preise zwischen 20 und 110 Euro

Die Preise in unserer Auswahl schwanken zwischen 20 und 110 Euro. Fast alle Stöcke sind aus Leichtmetall (Aluminiumlegierungen), mit Ausnahme der beiden Modelle von Exel: Sie sind aus dem superleichten Material Carbon. Das erfordert übrigens ein eigenes System zum Verklemmen der drei Stockteile. Während üblicherweise ein innen liegender Spreizkeil, der durch Verdrehen der Stockteile auseinander getrieben wird, den Stock in der eingestellten Länge hält, wird dies bei Exel durch eine außen liegende Quetschhülse besorgt. Black Diamond weist ein drittes System auf: eine ebenfalls außen liegende Klemme. In der Praxis stießen die alternativen Befestigungen auf keine große Begeisterung (in der Tabelle: Punkt Teleskopverstellung), während sich die Spreizkeile meist problemlos verstellen ließen.

Festigkeit des Klemmsystems wichtig

Noch wichtiger als das Verstellen ist allerdings die Festigkeit des Klemmsystems. Wenn die Teleskopstöcke bei Belastung nachgeben, kann dies zu gefährlichen Situationen führen: Man könnte auf einem Steilhang das Gleichgewicht verlieren und in die Tiefe stürzen. Dazu wurden die Stöcke im Labor geprüft. Mit einem Drehmoment von 1,4 Newtonmeter– das entspricht etwa der Handkraft eines Erwachsenen – zusammengedreht, wurden sie einer Belastung bis 160 kg ausgesetzt. Nur 4 Modelle hielten mehr als 80 kg stand und wurden mit der Bestnote bewertet.

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