Wintersport und Sicherheit

Nicht überversichern

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KONSUMENT 1/2016 veröffentlicht: 10.12.2015

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Rund um den Skiurlaub lauern viele Gefahren, gegen die man sich versichern könnte. Doch nicht alle Versicherungen sind wirklich sinnvoll.

Beim Wintersport (nicht nur beim Skifahren) lauern viele Gefahren – vom Diebstahl des Sportgerätes bis zum schweren Unfall beim Skilaufen, Rodeln oder Eislaufen. Wer einen Unfall verursacht, muss möglicherweise für den Verdienstentgang eines Menschen aufkommen. Das kann sogar existenzgefährdend sein.

Zu viele Versicherungsprämien

Anders beim Skidiebstahl: Der ist zwar ärgerlich, überfordert in der Regel aber nicht die finanziellen Möglichkeiten des Betroffenen. Generell empfehlen wir, Versicherungen nur für jene Unglücksfälle abzuschließen, die eine existenzielle Belastung darstellen können. Denn auch ein Zuviel an Versicherungsprämien könnte die finanziellen Möglichkeiten des Versicherten wenn schon nicht übersteigen, so doch stark strapazieren.

Hubschrauberbergung

Relativ häufig kommt es zu Verletzungen im Gelände oder auf der Piste, die zu einem Hubschraubereinsatz führen. Keine Kleinigkeit, denn die Abrechnung erfolgt nach Flugminuten, und da sind ein paar Tausend Euro schnell beisammen. Anders als Transporte eines Verletzten im Tal wird der Transport vom Berg ins Tal nicht von der Krankenversicherung gedeckt. Und da Hubschrauberbergungen sehr lukrativ sind, werden bei Unfällen zunehmend Hubschrauber eingesetzt, auch wenn der Unfallort nur wenige Meter von einer Seilbahnstation entfernt liegt.

Mitgliedschaft bei einem Verein

Es obliegt dem Chefarzt der jeweiligen Krankenkasse, über die medizinische Notwendigkeit eines Einsatzes zu befinden. Das passiert aber erst im Nachhinein; die Kosten für den Hubschrauber – die allein der Patient zu tragen hat, auch wenn der die Hubschrauberbergung als übertrieben empfand – sind da bereits angefallen. Hier lohnt sich eine Versicherung, die diesen Schaden abdeckt. Die kann über eine private Unfallversicherung, eine Kreditkartenversicherung, aber auch über die Mitgliedschaft bei einer Autofahrerorganisation oder einem Alpinverein gegeben sein. Überprüfen Sie, ob Sie und Ihre Familie nicht ohnehin versichert sind, und wenn nicht: Die Jahresgebühr für die Mitgliedschaft in einem Alpinverein beispielsweise liegt bei rund 50 Euro.

Unfallfolgekosten

Nicht gedeckt von der Sozialversicherung sind auch Folgekosten von Freizeitunfällen. Dazu gehören beispielsweise ein Verdienstentgang oder Ausgaben für eine behindertengerecht adaptierte Wohnung oder für ein entsprechendes Fahrzeug. Vor allem( aber nicht nur) für Alleinverdiener ist es ratsam, solchen Risiken durch eine Unfall- bzw. Berufsunfähigkeitsversicherung vorzubauen.

Schadenersatz

Wer einen Unfall mit Körperverletzung verursacht, muss für den Schaden aufkommen. Wer eine Haushaltsversicherung hat, braucht sich sehr wahrscheinlich keine Sorgen zu machen. Denn in dieser ist (fast) immer eine private Haftpflichtversicherung inkludiert, die in solchen Fällen greift. Sie gilt übrigens für die ganze Familie, also auch für die Kinder.

Die Haftpflichtversicherung übernimmt Schadenersatzforderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Die Schadensleistungen können sehr hoch ausfallen, besonders dann, wenn Personen einen dauerhaften Schaden davontragen. Wer keine Haushaltsversicherung mit Haftpflicht hat, sollte daher unbedingt eine private Haftpflichtversicherung abschließen, die Prämie ist in der Regel gering.


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