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Allgemeines zu Spareinlagen

Geldanlage in der Krise

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veröffentlicht: 19.01.2015, aktualisiert: 07.07.2017

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Kosten

Für Sparcards werden meist – ähnlich wie bei Girokonten – Kontoführungsgebühren verrechnet, Sparbücher und Online-Sparkonten verursachen in der Regel keine Kosten. Darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Es können Kontoführungs- oder Schließungsgebühren anfallen. Auch "Jahresgebühren" sind bereits verrechnet worden – allesamt nicht sehr hoch, aber wenn es sich um einen kleinen Betrag handelt, der noch dazu niedrig verzinst ist, kann es trotzdem passieren, dass das Bankinstitut bei der Auflösung des Sparbuchs weniger auszahlt, als eingezahlt wurde.

Beispiel: Ein Vermieter legte die Kaution eines Mieters (540 Euro) auf ein ungebundenes Sparbuch, weil er jederzeit Zugriff auf das Geld haben wollte, falls der Mieter früher als geplant auszog. Nach nicht ganz vier Jahren löste er das Sparbuch auf, um die Kaution an den Mieter zurückzuzahlen. An Zinsen hatte sich bis dahin kein einziger Cent angesammelt. Dafür musste er 5 Euro Schließungsgebühr bezahlen und erhielt nur noch 535 Euro ausgezahlt.

Liquidität

Hier ist zwischen täglich fälligen Einlagen, Termingeldern und Kapitalsparbüchern zu unterscheiden. Bei täglich fälligen Sparprodukten kann man jederzeit Geld einzahlen, bei gebundenen Fixzinsprodukten wie auch bei Termingeldern wird einmalig ein Betrag für eine bestimmte Laufzeit zu einem bestimmten fixen Zinssatz angelegt. Als Sonderform gibt es (selten, aber doch) Ansparbücher, bei denen regelmäßig ein kleiner Betrag vom Girokonto auf ein Sparbuch gelegt wird. Sie sind ebenfalls fix verzinst und auf eine bestimmte Bindedauer festgelegt, funktionieren also von der Verfügbarkeit des Geldes her ähnlich wie Kapitalsparbücher.

Tipp: Wenn Sie es sich nicht gleich leisten können, einen großen Betrag länger zu binden, sparen Sie jeweils mit kleinen Beträgen übers Jahr eine größere Summe zusammen und legen Sie sie dann auf ein Kapitalsparbuch. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass nach drei bis fünf Jahren in regelmäßigen Abständen ein größerer Sparbetrag "abreift", der dann entweder für notwendige Ausgaben zur Verfügung steht oder den aktuellen Bedingungen am Kapitalmarkt entsprechend neu angelegt werden kann.

Verfügbarkeit je nach Bindung

Je nach Bindungsdauer ist das angelegte Geld entweder jederzeit oder erst nach einer gewissen Frist wieder verfügbar.

- Täglich fällige Spareinlagen sind meist noch am selben Tag verfügbar, wenn es sich um einen Bankwerktag handelt und der Betrag nicht zu hoch ist. Sicherheitshalber sollte man vor dem Beheben anrufen, ob der Betrag verfügbar ist.

- Termingelder können zwischen drei Monaten und zehn Jahren gebunden sein.

- Kapitalsparbücher sind üblicherweise zwischen ein und fünf Jahren gebunden, in Ausnahmefällen auch ab sechs Monaten und bis zu zehn Jahre. In diese Kategorie fallen auch Stufensparbücher und Ähnliches, bei denen die Zinsen mit zunehmender Behaltedauer steigen. Tritt nun akute Geldnot auf, kann man seine Kapitalsparbücher zwar beheben, das kostet aber Vorschusszinsen (z.B. bei einer Teilbehebung oder vorzeitigen Auflösung für den behobenen Betrag 1 ‰ Vorschusszinsen pro nicht eingehaltenen Bindungsmonat).

Über Termingelder kann man in der Regel nicht vorzeitig verfügen. Auch hier werden aber gegen Zahlung von Vorschusszinsen oder Verrechnung eines niedrigeren Zinssatzes Ausnahmen gemacht. So wird bei vorzeitiger Kontoauflösung dann zum Beispiel anstelle des vereinbarten Zinssatzes nur ein Mindestzinssatz von 0,5 % für die bereits veranlagte Laufzeit vergütet.

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