KONSUMENT.AT - Bankomatkarte mit NFC - 25 Euro ohne PIN

Bankomatkarte mit NFC

Bezahlen ohne Code-Eingabe

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KONSUMENT 6/2013 veröffentlicht: 29.05.2013

Inhalt

Friss oder stirb

Wenn Banken solche Karten mit neuer Funktion ausgeben, ändern sich die Geschäftsbedingungen. Kundinnen und Kunden können diesen Änderungen zustimmen oder widersprechen. Wird auf die Ankündigung dieser Änderung nicht reagiert, gilt das als Zustimmung. Widerspricht man, ist der Vertrag mit der Bank kostenlos aufzulösen. Im Detail sind die neuen Geschäftsbedingungen noch nicht bekannt. Hier wird also darauf zu achten sein, ob sich die Haftungsregeln zulasten der Konsumenten ändern.

Spion im Gedränge

Wir wollten auch wissen, ob andere Missbrauchsmöglichkeiten denkbar sind, und befragten dazu Professor Dr. Josef Langer von der Fachhochschule Hagenberg (OÖ). Kann Geld durch technische Manipulationen abgebucht werden, also ein NFC-Chip etwa im Gedränge durch ein Lesegerät ausgelesen werden? Nein, meint Professor Langer.

Technisch möglich wäre es zwar. Aber das Geld muss ja einem Händler gutgeschrieben werden. Wer den Umsatz seiner Firma mit solchen Methoden steigern will, könnte rasch ausgeforscht werden. Auch muss der Chip aus vier bis zehn Zentimetern Entfernung gelesen werden und darf nicht verdreht werden. „Bei Gedränge ist es nicht ganz einfach, Karten zu lesen“, sagt Professor Langer. Er rät allen, die das unbefugte Auslesen ihrer NFC-Bankomatkarte verhindern wollen, zu einer speziellen RFID-Schutzhülle, die das Auslesen zu 100 Prozent verhindert.

Was tun bei Diebstahl?

Aber was, wenn ein technisch Versierter die Karte klaut? Kann er den Chip vervielfältigen und dann damit bezahlen? Dies sei zu fast 100 Prozent auszuschließen, meint der Experte, allerdings könne immer irgendeine Software einen Fehler haben. Gerade bei der Bankomatkarte sei dies vom Gesamtkonzept her technisch nicht möglich, sofern alles korrekt implementiert wurde, so Professor Langer. Uns sind jedenfalls aus der Vergangenheit Fälle bekannt, in denen Karten von Ganoven vervielfältigt wurden.

NFC-Bezahlen am Handy

Als nächstes soll NFC-Bezahlen per Handy kommen, hat A1 angekündigt. Angesichts der schon bekannten Sicherheitslücken beim Onlinebanking per Smartphone eine eher beunruhigende Vorstellung. Leider hat A1 unsere Fragen dazu noch nicht beantwortet.

Unser Fazit: höheres Risiko bei Diebstahl oder Verlust

Die meisten Banken bieten ihren Kunden keine Möglichkeit, die NFC-Funktion abzulehnen. Das Bezahlen mit NFC-Technologie bringt eher der Wirtschaft Vorteile, den Konsumenten weniger. Denn Verbraucher tragen ein höheres Missbrauchsrisiko bei Verlust oder Diebstahl. Vier Mal kann man bis zu 25 Euro bezahlen, ohne den Code zu kennen. So kann ein Gauner um mindestens 100 Euro einkaufen, ehe das System Alarm schlägt.


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