Bauspardarlehen

Zinsuntergrenzen sinken

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KONSUMENT 7/2015 veröffentlicht: 25.06.2015

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Um mit Hypothekarkrediten mithalten zu können, senken viele Bausparkassen die Zinsuntergrenze – allerdings nur für Neueinsteiger. Ein Wechsel könnte sich lohnen.

Für Bausparkredite haben jahrelang bei allen Anbietern annähernd die gleichen Spielregeln gegolten: Nach oben hin waren die Zinsen bei der Sechs-Prozent-Marke einbetoniert, nach unten hin bei drei Prozent, vereinzelt bei vier oder fünf Prozent. Sprich: Wenn die Zinsen auf dem Kapitalmarkt auch noch so kräftig gestiegen sind, zahlten die Bauspardarlehens-Nehmer trotzdem nie mehr als sechs Prozent Kreditzinsen.

Finanziert wurde das von der Gemeinschaft der Bausparer, die gerade auf einen Vertrag ansparten – und sich ihrerseits darauf verlassen konnten, dass sie später, wenn sie Bedarf an einem Bauspardarlehen haben sollten, mit sicheren Konditionen kalkulieren konnten. Ein Solidaritätsprinzip, das unbestritten seine Meriten hat und von Vater Staat durch die Bausparprämie beim Ansparen auch entsprechend gefördert wurde – und in geringerem Ausmaß auch noch wird.

3 Prozent Zinsuntergrenze für Darlehen

Doch vor einiger Zeit hat sich der Wind gedreht: Die Zinsen sind in den Keller gerasselt wie nie zuvor und verharren dort mit noch nie dagewesener Beharrlichkeit. An und für sich tolle Bedingungen für alle Darlehensnehmer, trotzdem knirscht es bei den Bausparkassen schon länger im Gebälk. Für die Bauspar-Ansparer gibt es fast schon lachhaft niedrige Guthabenzinsen auf sechs Jahre Anlagedauer und für die Darlehensnehmer wird jetzt die Zinsuntergrenze schlagend: Unter drei Prozent gehen die Bauspardarlehenszinsen nicht, auch wenn auf dem "freien" Kreditmarkt schon Hypothekardarlehen um 1 Prozent angeboten werden.

Das schmerzt Bauspardarlehens-Rückzahler natürlich und rüttelt gewaltig am Solidargedanken. Denn so sehr sich die Österreicher in Umfragen für das sicher kalkulierbare, verlässliche Bausparsystem aussprechen – wenn es ums Geld geht, ist jedem das eigene Hemd am nächsten.

Bausparverträge: Immer weniger Abschlüsse

In der Praxis heißt das: Seit 2011 geht die Zahl der neu abgeschlossenen Bausparverträge Jahr für Jahr kontinuierlich zurück, und wer einen Wohnraumfinanzierungskredit braucht, sieht sich nach günstigeren Alternativen um – auch wenn das gehörig ins Auge gehen kann, wie viele Fremdwährungskreditnehmer in den vergangenen Jahren erfahren mussten.

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