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Bausparen

Geldanlage in der Krise

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veröffentlicht: 19.01.2015, aktualisiert: 05.07.2017

Inhalt

Renditechancen

Möglich sind zwei Arten von Bausparverträgen:

  • mit variabler Verzinsung – zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Buches zwischen 0,5 und maximal 4,25 %;
  • mit fixer Verzinsung – zum aktuellen Zeitpunkt 1,25 % pro Jahr.

Dazu kommt die staatliche Prämie, die zwischen mindestens 1,5 und höchstens 4 % des monatlich (100 Euro) oder jährlich (1.200 Euro) förderbaren Sparbetrags liegt. Beim niedrigsten Zinssatz von 1,5 % sind das somit 18 Euro, die der Staat pro Jahr zuschießt. Was am Ende herauskommt, ist nie hundertprozentig gewiss, auch wenn man sich für eine fixe Verzinsung über sechs Jahre entschieden hat: Die staatliche Prämie wird Jahr für Jahr vom Finanzminister neu festgelegt.

Faktum ist aber, dass die Bausparverträge schon seit Längerem nicht mit der Rendite von Kapitalsparbüchern und Termingeld mithalten können. Die oft beworbenen Zinssätze von 3 bis 4 % gelten nur für das erste Jahr, danach werden variable Zinsen verrechnet, die unter 1 % liegen. Eine etwas bessere Rendite schaut bei Online-Bausparverträgen heraus.

Das Argument, man sollte sich die staatliche Prämie nicht entgehen lassen, sollte aber in keinem Fall ausschlaggebend sein, wenn man sich um eine möglichst ertragsstarke Geldanlage umsieht. Dazu ist die Prämie – derzeit jedenfalls – viel zu gering. Für zukünftige Häuslbauer, Wohnungskäufer oder -renovierer kann ein Bausparvertrag wegen des damit verbundenen Darlehens hingegen durchaus Sinn machen, wie bereits eingangs erwähnt.

Kosten

Bausparen verursacht im Prinzip keine nennenswerten Spesen. Lediglich für die Kontoführung fallen zwischen 4 und 7 Euro pro Jahr an. Das wirkt sich vor allem bei niedrig besparten Verträgen erheblich auf die Rendite aus. Es gibt allerdings zwei Situationen, wo sich eine ordentliche Kostenfalle auftun kann:

- Das ist einmal eine vorzeitige Kündigung, die Extrakosten verursacht und oft mühsam ersparte Zinsen sowie staatliche Förderungen zunichte macht:

  • Erstens wird die staatliche Prämie rückverrechnet, da diese nur bei Einhaltung der Laufzeit zusteht.
  • Zweitens werden die (ohnehin schon nicht gerade üppigen) Sparzinsen im Nachhinein reduziert.
  • Drittens fällt ein Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 0,5 bis 2 % der vereinbarten (nicht der tatsächlich erreichten!) Mindestsparsumme an. Im Einzelfall kann der Schaden bei vorzeitiger Kündigung mehr als 200 Euro ausmachen.

- Zum anderen drohen "Strafzahlungen", wenn das vereinbarte Sparziel nicht erreicht wird, sei es wegen des eben erwähnten frühzeitigen Ausstiegs oder weil Sparraten "ausgelassen" oder nur zum Teil eingezahlt wurden.

Wer einen Neuvertrag abschließt, sollte im Zweifelsfall besser eine geringere Startsumme für den Bausparvertrag wählen. Ein nachträgliches Erhöhen der Einzahlungen ist immer und ohne Kosten möglich – normalerweise erhält man sogar vor Jahresende die Möglichkeit, auf die maximal mögliche Sparsumme pro Jahr aufzuzahlen.

Andererseits: Je niedriger der Einzahlungsbetrag, desto stärker fallen die Kontoführungsgebühren ins Gewicht. Wer das Bausparen rein zum Geldanlegen verwendet, sollte dann besser eine weniger kostenträchtige Ansparform (wie z.B. ein Ansparbuch ohne Gebühren) wählen.

Vermittler von Bausparverträgen sind, was die Mindestsparsumme betrifft, nach unseren Erfahrungen nicht die idealen Berater: Da ihre Provision zumeist aus dem Ursprungsvertrag bezahlt wird, raten sie Sparern bereits bei Vertragsabschluss eher zu höheren Mindestbeträgen, denn von nachträglichen Erhöhungen haben sie oft nichts.

Nichterreichen des Sparziels

Auch bei Nichterreichen des Sparziels sollten Sie sich vor Ablauf des Vertrags unbedingt mit Ihrer Bausparkasse in Verbindung setzen. Durch ein persönliches Gespräch lässt sich die Gebühr wegen Nichterreichen des Sparziels manchmal vermeiden oder zumindest etwas reduzieren - insbesondere wenn man Bereitschaft zeigt, nach Ablaufen des alten "Bausparers" einen neuen Vertrag abzuschließen.

Besteht die Möglichkeit, "versäumte" Sparraten nachzuzahlen, sollten Sie diese nützen, sofern es sich finanziell ausgeht. Eine solche Aufzahlung auf das Sparziel ist oft kurzfristig erledigt und da der Vertrag dann meistens bald ausgezahlt wird, ist das Geld auch nur kurz gebunden. Dafür sparen Sie sich unter Umständen einiges an Kosten bzw. erreichen die bestmögliche Rendite.

Vorzeitige Kündigung

Ehe Sie Ihren Bausparvertrag vorzeitig kündigen, lassen Sie Ihren Vertrag vom Bausparkassenberater genau durchrechnen. In der Anfangsphase erhält man in diesem Fall weniger ausbezahlt, als man bereits eingezahlt hat – aber natürlich kann ein vorzeitiger Ausstieg letzten Endes noch immer günstiger kommen als die Aufnahme eines Kredits. Handelt es sich nur um einen vorübergehenden finanziellen Engpass, kann man Verträge auch kurzzeitig prämienfrei stellen oder die Zahlungen reduzieren und die entsprechenden Sparraten später nachholen.

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