KONSUMENT.AT - Das Gericht hat entschieden - Mauertrockenlegung

Das Gericht hat entschieden

Konsument 4/2000 - Kreditvermittler und Mauerentfeuchtung

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Konsument 4/2000 veröffentlicht: 29.03.2000

Inhalt

Mauertrockenlegung - Nicht gehalten

Eine 25-Jahres-Garantie wurde erfolgreich eingeklagt.

Herr Berger besitzt einen feuchten Altbau. Den wollte er trocken legen und beauftragte im Jahre 1985 ein Unternehmen, das ein neuartiges Verfahren anbot: Injektionen eines flüssigen Imprägniermittels in die Mauer, Kosten: 66.000 Schilling. Die Firma gab eine Garantie von 25 Jahren auf Ausführung und Wirksamkeit. Als aber 1991 die Feuchtigkeitswerte höher waren als zu Beginn, klagte Herr Berger den Unternehmer mit unserer Hilfe auf rund 130.000 Schilling – die Kosten für eine herkömmliche Trockenlegung. Er bekam in beiden Instanzen Recht.

Feuchter als zuvor

Das Gericht hielt fest, dass die Firma mit der Garantiezusage eine verschuldensunabhängige Einstandspflicht für ihre Leistung eingegangen ist. Daher haftet sie für die Kosten der fachgerechten Sanierung.

Das Unternehmen hatte argumentiert, dass der Kläger nur Anspruch auf Wandlung habe, also auf die Rückzahlung des Werklohnes. Eine Verbesserung – die Trockenlegung durch eine andere Firma – sei unverhältnismäßig teuer. Da ging das Gericht nicht mit. Nur weil die Kosten für die Verbesserung höher sind als die ursprünglichen Kosten, sind sie noch lange nicht unverhältnismäßig. Die Verbesserung ist wirtschaftlich vertretbar, weil sie den gewünschten Sanierungserfolg bringt.

Das Urteil ist rechtskräftig.

OLG Wien 1. 6. 1999, 13 R 12/99a.
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