Der Fall des Monats

Gestohlenes Reisegepäck

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Konsument 4/2001 veröffentlicht: 01.04.2001

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Mühsame Reklamation. Als der Handkoffer in Quito vom Gepäckband lief, schaute Frau Wieser sofort hinein. Die Kamera fehlte, Tasche und Zubehör waren noch da. Sofort meldete sie den Diebstahl. Die Dame am Reklamationsschalter versprach, sich darum zu kümmern und gab ihr zwei Telefonnummern. Im Hotel stellte sich dann heraus, dass auch der Reisewecker gestohlen war. Das wollte Frau Wieser natürlich auch melden. Doch die Dame von der Reklamation war nicht mehr zu erreichen. Im Stadtbüro von KLM wusste man ebenfalls von nichts. Wieder zurück in Österreich, schrieb Frau Wieser ihrer Reiseversicherung.

Abgewimmelt. Diese lehnte es jedoch ab, für den Schaden aufzukommen: Wertgegenstände seien laut Versicherungsbedingungen nicht versichert, der Wecker scheine nicht auf der Schadensbestätigung der Fluglinie auf. Also wandte sich Frau Mag. Wieser an KLM. Dort war man lediglich bereit, „kulanzhalber“ für den Wecker 500 Schilling herauszurücken und meinte, dass für Kameras keine Haftung übernommen werde. Die Schlussfloskel: „… würden uns freuen, Sie bald wieder an Bord eines KLM-Fluges …“ empfand Frau Wieser als blanken Hohn und wandte sich an uns. Wir meinen, dass die Airline gemäß Warschauer Abkommen sehr wohl für Gepäck haftet. Außerdem war der Koffer ja gegen Frau Wiesers Willen „kassiert“ worden. Doch diese Argumente stießen bei KLM auf taube Ohren: „Unsere Mitarbeiter halten niemals das Gepäck gegen den Willen des Fluggastes zurück“, schrieb KLM ziemlich forsch zurück. Frau Wieser hätte halt beim Einchecken in Amsterdam die Kamera wieder herausnehmen sollen. Beförderungsbedingungen hin, Warschauer Abkommen her: Kulanz ist für KLM offenbar ein Fremdwort.

Namen betroffener Konsumenten wurden von der Redaktion geändert.

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