KONSUMENT.AT - Direktbank N26 - Fazit

Direktbank N26

Kein Girokontoersatz

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veröffentlicht: 07.08.2018

Inhalt

Sparen

Auch sparen kann man bei N26. Das nennt sich dann N26 Savings und wird in Kooperation mit dem europäischen Zinsportal WeltSparen abgewickelt.

Vorsicht! Bei einer Veranlagung bei einer Partnerbank von WeltSparen gilt die Einlagensicherung des jeweiligen Landes und nicht die deutsche Einlagensicherung wie bei einem Guthaben am N26-Girokonto (mehr zur Einlagensicherung neu: konsument.at/einlagensicherung022016 ).

Die Vor- und Nachteile aus unserer Sicht:

Vorteile

  • Kontoführung, Master- und Maestrocard gratis
  • Peer2Peer-Transaktionen: Geld kann in Echtzeit via "Moneybeam" (nur) an andere N26-User geschickt werden. 
  • Zentrale Steuerung des Kontos durch die App. Praktisch im Fall von Diebstahl oder Verlust der Kreditkarte: Man kann die Karte über die App sperren.
  • Push-Nachrichten für jede Kontobewegung.
  • Eine Kontoeröffnung soll in nur 8 Minuten möglich sein. In so manchem Forenbeitrag wird das von Kunden aber als nicht realistisch dargestellt.

Nachteile

  • Ohne Smartphone bzw. die App können die Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Das impliziert bereits den gewichtigsten Kritikpunkt: Das gesamte Verfahren soll sich auf nur einem Endgerät abspielen. Wir empfehlen, dies möglichst zu vermeiden und Onlinebanking z.B. am PC (erstes Endgerät) durchzuführen, damit der TAN per SMS auf das Handy (zweites Endgerät) geschickt wird. Diese Trennung der Kommunikationswege bietet den besten Schutz gegen das immer größer werdende Missbrauchspotenzial.
  • Keine Filialen/Bankomaten: Das bedeutet, dass bei Problemen immer der Kundenservice angerufen, angemailt oder angechattet werden muss.
  • 0 % Habenzinsen
  • Einzahlungen sind in Österreich praktisch nur per Überweisung (z.B. von einem anderen Konto, von Freunden/Verwandten) möglich. Features wie Cash26 (Abhebungen z.B. in Supermärkten oder Handyshops, Bargeldüberweisungen aufs Konto), N26 Invest (Anlageprodukte in Kooperation mit dem Robo-Advisor Vaamo) und N26 Credit (Kredite zwischen 1.000 und 25.000 € mit einer Laufzeit von 1 bis 5 Jahren) werden (derzeit) nur in Deutschland angeboten.
  • Die Maestrocard ist in Österreich zwar gratis erhältlich, es fallen jedoch bei jeder Behebung 2 € Gebühren an (bei Fremdwährung zusätzlich 1,7 % vom behobenen Betrag). Etwaige Gebühren des Bankomatbetreibers (z.B. Euronet) sind damit noch nicht abgegolten.

Fazit

Aufgrund der gratis Konto- und Kartenführung sowie der Flexibilität direkt in der App stellt N26 für manche internetaffine Konsumenten wohl eine praktische Ergänzung zum existierenden Hauptkonto dar. Auf Reisen sind zum Beispiel die kostenlosen Kartenzahlungen in allen Währungen ein gutes Feature.

Alles auf einem Gerät

Als zentrales Girokonto können wir N26 jedoch nicht empfehlen, vor allem da es zu einer technisch unsichereren Variante des Online-Banking verleitet. Unsere Empfehlung ist und bleibt die ausschließliche Verwendung von zwei Geräten für Bankgeschäfte online (mehr zum Thema: Bankkonto am Handy 2/2012 und Banking Apps 6/2014 ).

Gebühren

Zudem ist Vorsicht beim Geldabheben mit der Maestrocard geboten. Bei einer Behebung an einem Euronet-Bankomaten beispielsweise würden 2 + 2 = 4 € Gebühren anfallen. Diesen Umstand werden wir uns, wie bereits erwähnt, noch im Detail anschauen.

Anzahl der Euro-Abhebungen pro Monat

Nicht unerwähnt bleiben soll darüber hinaus der Umstand, dass in den meisten europäischen Ländern mittlerweile die Anzahl der Euro-Abhebungen pro Monat limitiert ist (neben der anfallenden Gebühr in Höhe von 1,7 % bei Abhebungen in Fremdwährung). Ob diese Restriktion (oder andere) auch auf Österreich ausgedehnt wird, bleibt abzuwarten ...

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Wertung: 3 von 5 Sternen
51 Stimmen

Kommentare

  • @sschachinger
    von REDAKTION am 19.02.2019 um 09:08
    Wir haben uns auch aufgrund einer anderen Causa mit "Drei" in Verbindung gesetzt und die Information erhalten, dass es sehr wohl möglich sei Lastschriftverfahren bei drei.at mit EU-IBAN (also auch mit DE IBAN) einzurichten.
    Artikel 9 der SEPA-Verordnung verpflichtet alle Unternehmen IBANs aus dem gesamten EWR für Überweisungen und Lastschriften zu akzeptieren. Überweisungen auf ein nicht-österreichisches Konto im SEPA-Raum dürfen nicht verweigert werden.
    Ihr KONSUMENT-Team
  • N 26
    von sschachinger am 25.09.2018 um 10:10
    Ich nutze N26 seit 2 Jahren und bin sehr zufrieden. Der einzige Nachteil ist, dass bei Lastschriftverfahren der Bankwechsel Service für Österreich nicht funktioniert. Eine Abbuchung mit DE IBAN wird von einzelnen Lieferanten , wie z.B. Drei.at nicht akzeptiert.
  • N26-Konto
    von calipo69 am 01.09.2018 um 15:40
    DANKE den 2 kommentaren vor mir. ich habe N26 seit über einem jahr (inkl. schwarzen mastercard (+ ca. €7,- per monat-wesentlich bessere versicherungsschutz als normal) un bin sehr sehr zufrieden. wesentlich ist, dass man anstelle der maestrocard seine mastercard verwendet ohne ein disagio verrechnet zu bekommen (gilt für die EU)!
    und richtig ist, dass man über seinen PC (bzw. web) genauso auf sein konto zugreifen kann, wie über die mobil APP.
    Ich bin ein großer fan von N26. die persönliche verifizierung erfolgte direkt mit dem smartphone und dauerte max. 13 min.
    LG kurt
  • Stimmt nur teilweise
    von REDAKTION am 29.08.2018 um 08:44
    Das einloggen in die App ist nötig, um die Anmeldung durchzuführen - eine komplette Trennung ist somit nicht möglich, womit auch nicht das selbe Sicherheitsniveau erreicht werden kann, wie bei einer vollständigen Trennung.
    Die 2 € Gebühren pro Abhebung beziehen sich auf die Maestrocard.
    Ihr Konsument-Team
  • N26
    von aldrian am 28.08.2018 um 18:59
    Ich habe sehr gute Erfahrungen damit. Dass man nicht mehr unterschreiben muß ist damit begründet, dass man einen PIN festlegen muß, den man an der Kasse eingibt. Habe in Asien damit bezahlt-keine Gebühren! Ist eine vollwertige Prepaid Mastercard. Mein alten Girokonto habe ich aber belassen.