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Eigenheimversicherungen

Haushohe Unterschiede

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Konsument 9/2009 veröffentlicht: 19.08.2009, aktualisiert: 25.08.2009

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Neuwert gut, Zeitwert schlecht

Die Prämie allein ist aber nicht alles. Zu den Punkten, die eine gute Eigenheimversicherung enthalten sollte, gehört etwa der sogenannte Neuwertersatz. Das heißt, wenn etwas kaputt geht, werden die Kosten für etwas gleichwertiges Neues ersetzt. Als Neuwert gilt der Wiederbeschaffungswert einer Sache am Tag des Schadenseintritts – egal ob diese Sache ursprünglich viel teurer oder viel günstiger war. Beispiel: Ein bestimmter Flachbildschirm kostete vor vier Jahren 2.000 Euro; heute ist ein vergleichbares Modell für 1.000 Euro zu haben – dieser Betrag wird vom Versicherer übernommen.

Zeitwertentschädigung 

Aber Achtung: Trotz genereller Neuwertversicherung kann es zu einer weitaus schlechteren Zeitwertentschädigung kommen, nämlich dann, wenn der Zeitwert der beschädigten Sache bereits kleiner als 40 Prozent des Neuwerts war. Der Zeitwert berechnet sich aus dem Neuwert einer Sache abzüglich einer Abnutzung, die in der Regel 10 Prozent pro Jahr beträgt. Hat etwas nur noch einen Zeitwert von 40 Prozent, ist es demnach mindestens sechs Jahre alt. Nur Zeitwertersatz gibt es auch für Gegenstände, die nicht mehr im täglichen Gebrauch sind, wie Keller- und Dachbodenkram. Achten Sie also darauf, dass Ihr Vertrag einen generellen Neuwertersatz enthält!

Unterversicherungsverzicht üblich

Weiters enthalten neuere Eigenheimversicherungen üblicherweise eine Wertanpassungsklausel. Das heißt, Versicherungssummen und Prämien der Gebäudeversicherung werden jährlich laut Baukostenindex erhöht. Bei der Haushaltsversicherung erfolgt die Anpassung an die Inflation laut Verbraucherpreisindex.

Derzeit ist Geldentwertung kein Thema, aber in inflationären Zeiten soll damit eine Unterversicherung vermieden werden; dann wäre nämlich die vereinbarte Versicherungssumme niedriger als der tatsächliche Wert der versicherten Sachen. Das hat im Schadensfall unangenehme Folgen: Die Versicherungsleistung wird anteilsmäßig gekürzt. Bei einer Unterversicherung von 20 Prozent würden dann zum Beispiel nur 80 Prozent der Schadenskosten übernommen!

Prämie an Inflationsrate gebunden 

Um das zu vermeiden, wird in neueren Verträgen üblicherweise ein Unterversicherungsverzicht vereinbart. Der Versicherer verzichtet damit im Schadensfall auf den möglichen Einwand der Unterversicherung, und der Versicherte nimmt dafür in Kauf, dass seine Prämie jährlich an die Inflationsrate angepasst wird und von Jahr zu Jahr geringfügig steigt.

 

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Kommentare

  • AW: Eigenheimversicherungen
    von REDAKTION am 29.01.2010 um 12:02

    Da wir nicht wissen, wie die Versicherer genau kalkulieren und welche Geschäftspolitik verfolgt wird, kann kaum eingeschätzt werden, aus welchem Grund die Prämien so stark differieren. Die Risikokalkulation allein kann es aber wohl kaum sein, da hier die Unterschiede nicht derart groß sein dürften. Also liegt es wohl zu einem großen Teil an der jeweiligen Geschäftspolitik der Anbieter. Auch in unseren Vergleichen kommen wir immer wieder zu dem Ergebnis, dass es in allen Versicherungssparten derart große Unterschiede gibt. Man muss aber, bei fast allen Sparten, berücksichtigen, dass auch die Leistungen (Deckungen, etc.) innerhalb der Versicherer stark variieren. Nicht nur der Preis ist ausschlaggebend, sondern vor allem die Leistungen, die ein Versicherungsprodukt beinhaltet.

    Ihr "Konsument"-Team

  • Eigenheimversicherungen
    von ander am 29.01.2010 um 10:25
    Aufgrund ihres Berichtes habe ich diesbezügliche Vergleiche bei 3 Wohnanlagen gemacht: umgerechnet auf den m2 ergaben sich folgende Kosten: Anlage 1, Innsbruck, 2 Jahre alt: 0,74 € Anlage 2, Rum bei Innsbruck: ca. 20 Jahre alt: 1,01 € Anlage 3, Völs bei Innsbruck, 25 Jahre alt: 1,36 € Das sind also Unterschiede bis fast zum Doppelten. Gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund? Ich sehe eigentlich keinen.