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Fremdwährungskredite - FAQ

Wetten auf Haus und Hof

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Konsument 3/2003 veröffentlicht: 24.02.2003

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Mir wurde versichert, man könnte in Euro wechseln, wenn der Kurs der Fremdwährung steigt?

Die Sache hat mehrere Haken: Manche Verträge sehen nur die Rückwechslung in den Euro vor. So ein Passus ist jedenfalls sehr ungünstig, weil Fremdwährungskredite in mehreren Währungen angeboten werden. Nicht immer können Sie genau dann wechseln, wenn’s brenzlig wird. Sehr oft darf man dies nur zu den Ablaufterminen der Fremdwährungstranchen (Roll-Over-Periode) unter Einhaltung einer Kündigungsfrist (bis zu 6 Monate!). Die BAWAG zum Beispiel erlaubt einen Wechsel nur an zwei oder vier Terminen im Jahr und verlangt bei Nichteinhaltung ein Pönale. Eine Bank, die den Wechsel jederzeit in jede frei konvertierbare Währung zulässt, ist etwa die BA-CA. Vereinbaren Sie, wie die Bank im Fall steigender Kurse vorgehen darf, also ab welchem Schwellenwert zusätzliche Sicherheiten verlangt werden. Sollten Sie diese nicht erbringen können, wird der Kredit zwangsweise in Euro konvertiert. Dann fällt Ihnen der Kursverlust voll auf den Kopf. Und die Verzinsung des Euro-Kredits kann nach der Umstellung deutlich ungünstiger sein als bei einem Kredit, der gleich in Euro aufgenommen wurde. Beim Währungswechsel gibt es außerdem zahlreiche  Kosten, die nicht immer klar ersichtlich sind.

Aber ich dachte, da gibt es Vorschriften, wie viel die Bank verlangen darf?

Nein. Die Vertragsgestaltung kann frei vereinbart werden. Sie können aber einiges wegverhandeln:
Die Devisenprovision (Devisencourtage, Devisenkommission) fällt immer wieder an: bei Kreditaufnahme, Ratenzahlung, Währungswechsel, Kredittilgung… Sie beträgt meist 0,275 Prozent, wenn man nicht darüber verhandelt. Vorsicht vor Mindestspesensätzen!
Manche Banken rechnen beim Wechsel zwischen zwei Fremdwährungen über den Euro und lukrieren damit doppelte Devisenprovision. Das fällt meist nicht auf, weil der Betrag ja nicht direkt ausgewiesen wird. Bestehen Sie darauf, dass über „Crossrates“ berechnet wird, also direkt von einer Währung in die andere.
Manche Banken verlangen beim Währungswechsel zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr. Achten Sie auf Mindestgebühren oder hohe einmalige pauschale Bearbeitungsgebühren. Wenn diese Gebühr überhaupt verlangt wird, sollte die Bank wenigstens kundenfreundlich (über die erwähnten Crossrates) umrechnen. Und: Der Kredit wird zum niedrigeren Ankaufskurs aufgenommen,  zurückgezahlt wird er aber zum höheren Verkaufskurs. Auch diese Spanne ist verhandelbar.

Sind das schon alle Spesen?

Nein. Sie müssen zwei Konten führen, ein Euro- und ein Fremdwährungskonto, letzteres oft mit geschmalzenen Kosten: Die BAWAG verrechnet zusätzlich zur normalen Kontoführungsgebühr ein so genanntes „Gestionsentgelt“ von 20 Euro pro Quartal. Möglicherweise kommen auch Zahlungsverkehrsspesen zum Tragen, die auf einlangende oder ausgehende Zahlungen aufgeschlagen werden. Auch wenn Sie die Sicherheiten oder den Tilgungsträger wechseln, müssen Sie höchstwahrscheinlich eine Extra-Gebühr zahlen.
Die amtliche Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch ist ebenfalls höher. Sie richtet sich nämlich nach dem Wert des Pfandrechtes, dieser liegt jedoch höher als bei vergleichbaren Eurokrediten. So sichert sich die Bank gegen das Zins- und Währungsrisiko ab.

 

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