KONSUMENT.AT - Geldanlage - Ein Blick in die Praxis

Geldanlage

Rendite nach Maß

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Konsument 5/2001 veröffentlicht: 01.05.2001

Inhalt

„Ich möchte 200.000 Schilling mit eher weniger Risiko für die nächsten zehn Jahre so anlegen, dass ich deutlich mehr Zinsen als am Sparbuch habe.“

Mit diesem Anlagewunsch suchten wir Wiener Filialen sieben verschiedener Bank- und Sparkasseninstitute auf. So einheitlich sich die Banken an das Grundgerüst des Beratungsgespräches hielten, so unterschiedlich waren im Endeffekt die Empfehlungen. In vier Fällen wurden unserer Testkundin als erstes Kapitalversicherungen angeboten. Das garantierte Ablösekapital lag zwischen knapp 246.000 beim Angebot der Bank Austria und fast 253.000 Schilling bei jenem der Erste Bank. Dafür zeigte sich die Bank Austria bei der – nicht garantierten – Gewinnbeteiligung mit über 92.000 Schilling besonders optimistisch, während die BAWAG mit rund 69.000 Schilling eher vorsichtig kalkulierte. An Wertpapieren wurden in der Hauptsache Fonds der jeweils eigenen Kapitalanlagegesellschaften vorgelegt. Das Spektrum reichte dabei von reinen Rentenfonds bis zu solchen mit einem Aktienanteil von 75 Prozent.

Von BAWAG, Raiffeisen und der Vorarlberger Landeshypobank wurden auch verschiedene Anleihen angeboten, darunter die Raiffeisen „Kunstanleihe“. Deren Besonderheit liegt nicht nur in der Gestaltung, sondern man kann sie auch, im Unterschied zu den meisten anderen Wertpapieren, physisch mit heimnehmen. Neben dem Einsparen der Depotgebühr ist so bis zu einem Betrag von 200.000 Schilling auch die Wahrung der Anonymität des Inhabers möglich.

Angeboten wurde auch die BAWAG Wohnbaubank-Wandelanleihe; wie bei allen Wohnbauanleihen sind die ersten vier Prozent des Ertrages KESt-frei.

Die Beratung erlebte unsere Testkundin als sehr „prospektorientiert“, genauere Fragen zu den Angaben in den überreichten Unterlagen lösten oft beträchtliche Unsicherheiten aus. Gerade ein Berater ließ deutlich jenes umfassendere Verständnis für gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge erkennen, das wichtige Entscheidungshilfen erst ermöglicht. Denn wie sich eine Investition unter verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien entwickeln könnte, worauf es aufzupassen gilt, um im Notfall rechtzeitig auszusteigen – das steht in keinem Prospekt.

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