Geldanlage: AWD, MEL, AvW, AMIS

Schadenersatz? Bitte warten

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KONSUMENT 10/2011 veröffentlicht: 20.09.2011, aktualisiert: 18.10.2011

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MEL

Ähnlich wie beim Verkauf von Immofinanz- und Immoeast-Aktien ging es bei der Vermittlung von Meinl-European-Land (MEL)-Zer­tifikaten her. Auch sie wurden Sparern von Anlageberatern und in Verkaufsprospekten als sicheres und ertragreiches Investment ­präsentiert.

Spar­bücher aufgelöst

Ertragreich und sicher anlegen – wer möchte das nicht? Ein Beispiel: Auf den Rat eines ­Vermittlers löste ein Konsument seine Spar­bücher auf (das Geld war für den Kauf eines Einfamilienhauses bestimmt) und investierte in MEL-Zertifikate (Zertifikate werden so wie Aktien an der Börse gehandelt, doch ihre ­Inhaber haben kein Mitbestimmungsrecht am Unternehmen). Mitte 2007 kam es zu einem enormen Kurssturz der MEL-Zertifikate. Entsprechend groß waren die Verluste der An­leger.  Aus der Traum vom Einfamilienhaus.

AK klagte die Meinl Bank

Die Arbeiterkammer klagte die Meinl Bank und die Vertriebsfirma Meinl Success auf ­Unterlassung irreführender Werbeangaben in den Verkaufsprospekten für MEL-Zertifikate und erreichte eine einstweilige Verfügung. Demnach darf unter anderem nicht mehr mit großen Gewinnversprechungen geworben werden, ohne gleichzeitig einen deutlichen Hinweis auf die mit der Anlage verbundenen Risiken zu geben. Zudem handelte die Arbeiterkammer für ihre Mitglieder einen Vergleich mit der Meinl Bank aus: Rund 3.600 Anleger erhielten Entschädigungszahlungen für die erlittenen Kursverluste.

Musterprozesse gegen Vermittler von MEL-Zertifikaten

Arbeiterkammer und VKI führen Musterprozesse gegen Vermittler von MEL-Zertifikaten. Es wird Schadenersatz wegen falscher Anlageberatung verlangt. Etliche Anlageberater ­wurden im Zuge dieser Verfahren bereits zur Leistung von Schadenersatz verurteilt. Doch auch manche Anleger wurden nicht komplett aus der Verantwortung entlassen: So entschied etwa der Oberste Gerichtshof auf ­Mitverschulden einer Anlegerin, weil sie die Formulare mit den Risikohinweisen ungelesen unterschrieben hatte.

Prozess gegen Julius Meinl

Gegen Julius Meinl ist übrigens ebenfalls ein Verfahren anhängig. Von dessen Ausgang hängt es ab, ob auch er von Anlegern für er­lit­tene Schäden haftbar ­gemacht werden kann.

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Kommentare

  • FMA und Staat klar verschlafen - AWD praktiziert weiter wie bisher...
    von Ozzelot am 30.10.2011 um 01:18
    und in diesen Belangen geht nichts weiter. Die Mühlen der Justiz sind so langsam, die Verjährung solcher Delikte ist doch wirklich eine Frechheit. Hinhalte Taktik durfte ich selbst miterleben AWD bzgl Immofinanz - und jetzt kommt immer wieder das Argument, da und dort hätte man nachkaufen können aber ich hätte mich ja geweigert. Diese Finanzdienstleister haben keine Ehre!
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo