Geldanlage: AWD, MEL, AvW, AMIS

Schadenersatz? Bitte warten

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KONSUMENT 10/2011 veröffentlicht: 20.09.2011, aktualisiert: 18.10.2011

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AMIS

Ende 2005 wurde über zwei Unternehmen der AMIS-Finanzgruppe (AMIS Asset Management Investment Services AG und AMIS ­Financial Consulting AG) das Konkursverfahren ­eröffnet. Die hauptverantwortlichen AMIS-Manager wurden wegen schweren ­gewerbsmäßigen Betruges verurteilt.

Wegen schweren ­gewerbsmäßigen Betruges verurteilt

Rund 16.000 Anleger, deren Geld vermeintlich ­„sicher und hochverzinslich“ angelegt war, wurden geschädigt. Mittlerweile hat der Oberste Gerichtshof in einem vom Prozessfinanzierer Advofin geführten Musterprozess entschieden, dass die Anlegerentschädigung von Wertpapierfirmen GmbH (eine auf Basis von EU-Richtlinien geschaffene gesetzliche Entschädigungseinrichtung) für die AMIS-Gelder haftet und Anlegern jeweils bis zu 20.000 Euro des erlittenen Schadens zu ersetzen hat.

Republik muss zuschießen

Da über das Ver­mögen der Anlegerentschädigung nicht alle Ansprüche gedeckt werden können, muss die Republik Österreich einspringen. Die zuständigen Behörden sind ihrer Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen. Die Republik bietet nun einen Vergleich an: Demnach werden den AMIS-Anlegern 27 Prozent ihres Gesamtschadens ersetzt, wenn 83 Prozent der betroffenen Anleger zustimmen. Dieser Lösung kann allerdings Prozess­finanzierer Advofin, der über 2.000 Geschädigte vertritt, bislang wenig abgewinnen. Ob der Vergleich zustande kommt, ist daher ungewiss. Aus den Luxemburger Fonds, in die die AMIS-Gelder großteils geflossen sind, ­haben erste Geschädigte bislang nur 20 Prozent ihres Verlustes ersetzt erhalten.

Madoff: 50 Milliarden Dollar Schaden

Jahrelang werden wohl auch Anleger, die vom US-Amerikaner Bernard Madoff geschädigt wurden, warten müssen. Er hatte Investmentfonds nach dem Schneeballsystem betrieben und damit einen Schaden von rund 50 Milliarden Dollar verursacht. Madoff wurde 2008 wegen Betruges verhaftet und im Jahr darauf verurteilt. Geschädigte finden sich in den USA, Europa, Australien, Japan und auch in Österreich.

Etliche Klagen wurden bereits eingebracht, die Ermittlungen sind weiterhin im Gange. Das New Yorker Konkursgericht hat ein Rechtshilfeansuchen an Österreich gestellt.

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Kommentare

  • FMA und Staat klar verschlafen - AWD praktiziert weiter wie bisher...
    von Ozzelot am 30.10.2011 um 01:18
    und in diesen Belangen geht nichts weiter. Die Mühlen der Justiz sind so langsam, die Verjährung solcher Delikte ist doch wirklich eine Frechheit. Hinhalte Taktik durfte ich selbst miterleben AWD bzgl Immofinanz - und jetzt kommt immer wieder das Argument, da und dort hätte man nachkaufen können aber ich hätte mich ja geweigert. Diese Finanzdienstleister haben keine Ehre!
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo