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Geldanlage: Immobilien

Investieren mit Bedacht

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Konsument 5/2010 veröffentlicht: 13.04.2010

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Immobilienpreise und Inflation

Die Österreichische Nationalbank hat im Jahr 2003 eine Studie zu Immobilienpreisen in Österreich veröffentlicht. Hierin führt sie als Ergebnis unter anderem an: "Immobilienpreisänderungen haben auf Grund der Tatsache, dass das Immobilienvermögen einen wesentlichen Bestandteil des Gesamtvermögens privater Haushalte bildet, Auswirkungen auf die Gesamtnachfrage, den Konsum und die Inflation einer Volkswirtschaft. Des weiteren verursachten in der Vergangenheit starke Schwankungen bei der Bewertung und Erwartung von Immobilienpreisen finanzielle Krisen."

Kein Schutz vor Inflation

Hier sieht die Nationalbank den Zusammenhang zwischen Immobilienpreisen und Inflation also darin, dass steigende Immobilienpreise zu steigender Inflation führen: Sie schützen nicht vor Inflationsverlusten, sondern begünstigen Inflation. Zu der Immobilienpreisentwicklung in Gesamtösterreich führt die Nationalbank weiter aus: "Im Verlauf der Neunzigerjahre verflachten die heimischen Immobilienpreise und waren gegen Ende des Jahrzehnts sogar rückläufig. Seit Mitte 2001 steigen die Preise wieder, allerdings bleibt der Preisauftrieb weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt.Nach einer Phase niedriger Bautätigkeit dürfte 2001/02 die erhoffte Trendwende eingetreten sein."

Immobilienpreise sanken

Dies bedeutet, dass die Immobilienpreise eine Zeit lang sogar sanken, obwohl es in Österreich sehr wohl Preissteigerungen gegeben hat. Ein Schutz vor Inflation war in diesen Jahren, zumindest bei kurzfristiger Betrachtung, durch den Erwerb von Immobilien also nicht möglich.

Mehr Nachfrage

Auch eine erste mögliche Ursache für Preissteigerungen von Immobilien wird hier bereits genannt: "nach einer Phase niedriger Bautätigkeit“. Im Sinne einer Preisbildung durch Angebot und Nachfrage kam es durch die geringere Bautätigkeit zu einer Verknappung des Angebots an Immobilien. Für den Beginn der 1990er mit noch höheren Preissteigerungen bei Immobilien führt die Nationalbank den "unerwartet hohen Zustrom der Bevölkerung aufgrund der Ostöffnung" und "den Eintritt der Babyboom- Generation ins haushaltbegründende Alter" als Ursache an, also ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage durch zusätzliche Nachfrager.

Angebot und Nachfrage zählen

Die Studie der Österreichischen Nationalbank hat einen Nachteil: Sie verallgemeinert (ebenso wie Studien der Maklerverbände). Je nach Bundesland, Gemeinde und Straßenzug kann das Ergebnis ganz anders aussehen, da sich hier die entscheidenden Faktoren ändern können: Angebot und Nachfrage!

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