Geldwechsel: keine Dollar, hohe Spesen

Kommentar von G. Früholz

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KONSUMENT 4/2016 veröffentlicht: 23.03.2016

Inhalt

Wer Euro in Dollar wechseln möchte, braucht viel Zeit, Geduld und zahlt hohe Spesen. - Ein "Aufgespießt" von Chefredakteur Gerhard Früholz.

KONSUMENT-Chefredakteur Gerhard Früholz (Bild: U. Romstorfer/VKI)
Gerhard Früholz

Übermäßige Kosten verursache ich meiner Bank nicht: Ich erledige meine alltäglichen Bankgeschäfte fleißig selbst, weil online. Ich bekomme mickrige Zinsen und würde happig für eine Überziehung zahlen. Das Aufsuchen eines Geldinstituts ist gelegentlich dennoch nötig. Etwa dann, wenn ich Geld wechseln möchte.

400 US-Dollar

Für eine Reise brauche ich 400 US-Dollar. In einer Filiale der BAWAG P.S.K. beginnt mein Abenteuer. In der langen Schlange wartend, vorbei an Kaugummi, Schokoriegeln, CDs und Radiergummis, denke ich über den möglichen aktuellen Kurs nach, um dann zu erfahren: „Nein, Dollar haben wir leider nicht.“ Die müsste ich vorbestellen. Also versuche ich mein Glück, wie empfohlen, in einer anderen Filiale, die zufälligerweise auf meinem Weg liegt. Doch wiederum: kein Glück. Ich könnte aber am nächsten Tag wiederkommen.

Erste Bank: Der Mensch zählt

Okay, vielleicht kann eine vor Kurzem neu gestaltete Filiale der Ersten Bank nahe meinem Arbeitsplatz meinen Wunsch erfüllen? Schließlich möchte ich ja keine Kaurimuscheln, sondern die Leitwährung US-Dollar. In besagter Filiale gibt es nur mehr einen einzigen Schalter, der ist dafür im Stil der Rezeption eines Wellnesshotels gehalten. Dazu gibt es im Schalterraum sieben Automaten für die Kunden. An der Wand ist zu lesen: „Was zählt, ist der Mensch.“ „Haben Sie vielleicht US-Dollar?“, frage ich, meiner Sache nicht mehr gar so sicher, den freundlichen Mann am Schalter. „Ja, in unserer Filiale in der Innenstadt!“ Aber Moment, 10 Minuten von hier gäbe es auch noch eine Erste Bank mit Geldwechsel-Service. Sehr gut, denke ich, weil ich die Sache noch unbedingt am selben Tag erledigen möchte.

Bank Austria: verdient nichts am Wechseln

Am Weg dorthin liegt eine Filiale der Bank Austria. Das macht mich neugierig: Wie würde denn dieses Institut in meinem kleinen privaten Test abschneiden? Nach kurzer Wartezeit bin ich dran. „Haben Sie US-Dollar?“ – „Ich schau‘ gleich nach“, sagt der bemühte Mann am Schalter. Endlich, ich bin am Ziel! Ja, ja, das machen nicht mehr viele Banken, sagt er mir, wir verdienen ja nichts daran. Auf der Abrechnung sehe ich: Der Kauf von 400 US-Dollar hat mich nicht nur viel Zeit, sondern über 11 Euro an Spesen gekostet ...

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Kommentare

  • Nicht wechseln, sondern ATM
    von Gundl am 04.04.2016 um 18:07
    Kann mich gerne dem vorigen Kommentar von "Farscape" anschließen: War vor wenigen Monaten in Thailand (Isaan-Bueng Kan) und Indien (Arunachal Pradesh in NO-Indien, da braucht man sogar Sondererlaubnis). Meine Erfahrung: Dort fliegt man hin, also gibt es am Flughafen Infrastruktur und daher auch ATM´s. In meinen Reisegegenden wurde nur Bargeld in Landeswährung akzeptiert. Sofort abheben und in kleinere Banknoten/Münzen wechseln! Damit hat man auch Geld für Träger und Taxi... Und sich zu Hause über Spesen vorher informieren! Vor der Reise die Karten freigeben für die Abhebungen unterwegs! Mehrere Karten haben ist wichtig! Die Tageslimits sind oft kleiner als hierzulande, und man braucht größere Barbeträge für Mietauto, Guides, Hotels. VISA hatte trotzdem mein Konto vorsichtshalber gesperrt, weil ihnen mein Ort komisch vorkam....Dank der beiden Bankomatkarten und Planung hat es trotzdem gereicht. Es gibt keine Traveller Checks mehr - die Gepflogenheiten haben sich geändert. Lernen ist wichtig! Der Chip ist weniger störanfällig als der Magnetstreifen. Hängt also die Lesbarkeit auch vom ATM ab. Aufbewahrung in Spezialetui gegen Strahlung (Flughafen, Spy) macht Sinn. Bin bei 3 Monaten Reisedauer mit 1 Visa und 2 Bankomatkarten gut durch gekommen, aber Vorausdenken über Reiseroute ist wichtig.
  • Besser im Zielland wechseln.
    von Farscape am 30.03.2016 um 10:40
    Wer sich einbildet die Währung seines Ziellandes noch vor erreichen des Ziellandes haben zu müssen ist bezüglich Spesen selber Schuld. Welchen Wechselkurs hat die Bank verrechnet zu den zusätzlichen 11% Spesen ? Entweder entsprechend Bargeld in Euro mitnehmen und vor Ort die Wechselstuben vergleichen bzw umwechseln oder mit der Bankomatkarte abheben. Die Mindestspesen* von 2,95€ zzgl eines gewissen Prozentsatzes dürften weiterhin günstiger als 11€ sein. *je nach Land und Betreiber des Bankomaten (ATM in Amerika genannt) wird eine Abhebegebühr verrechnet. Sollte dennoch billiger als 11€ kommen bei einem Betrag von 400$
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