KONSUMENT.AT - Geschlossene Fonds - Das große Verschweigen

Geschlossene Fonds

Mitgefangen, mitgehangen

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KONSUMENT 4/2014 veröffentlicht: 27.03.2014, aktualisiert: 15.05.2014

Inhalt

Das große Verschweigen

Verschwiegen haben die Banken ihren guten Kunden, dass sie in einen hochriskanten Markt investierten und dass die prognostizierten Ausschüttungen von 7 Prozent – laut dem Urteil von Sachverständigen – nur bei optimalen und eher unrealistischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzunehmen waren.

Wer dabei glaubte, er investiere in den Besitz von Bürohäusern und Schiffen (und somit in sichere Werte), sah sich ­getäuscht. Erworben wurde nämlich lediglich eine Beteiligung am jeweiligen Fonds-Unternehmen. Der Kauf von Immobilien und Containerschiffen wurde nur zum Teil aus den Fondsgeldern finanziert.

Ein Großteil des Kapitals stammte von anderen Banken. Diese ließen sich in Grundbüchern und Besitz­urkunden als Gläubiger ersten Ranges ­eintragen und absichern. Damit war von vornherein klar, dass für Fondsanleger im Konkursfall der Fondsgesellschaft nichts mehr übrig bleiben würde.

Gefangen im Fonds

Anfangs ging alles gut. Die Ausschüttungen wurden pünktlich auf die Konten der Anleger überwiesen. Doch plötzlich stockte der Geldfluss. Die Fonds gerieten in Schieflage. Kunden, die nun aussteigen wollten, mussten ­erkennen, dass dies bei einem geschlossenen Fonds nicht ohne Weiteres möglich ist. Laufzeiten von zehn Jahren oder mehr bedeuten, dass frühestens nach Ablauf der Frist erstmals eine Kündigung möglich ist und sich die Auszahlung des Kapitals nach der Kündigung über Monate bis Jahre hinziehen kann.

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