KONSUMENT.AT - Investmentfonds - Spesen und Steuern

Investmentfonds

Geld und Finanzen Extra

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veröffentlicht: 28.07.2009, aktualisiert: 01.09.2011

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Spesen und Steuern

Beim Kauf wird dem Kunden der Ausgabeaufschlag verrechnet. Seine Höhe reicht von etwa 0,5 bis zu 5 Prozent der Anlagesumme. Einige Fonds verzichten generell auf Ausgabeaufschläge, haben dafür aber höhere Verwaltungskosten, auch Rücknahmegebühren kann es geben. "Gute" Kunden einer Bank können den Ausgabeaufschlag mitunter herunterverhandeln. Für die Fondsverwaltung wird eine Managementgebühr von üblicherweise 0,5 bis 2 Prozent der Anlagesumme eingehoben.

Versteckte Spesen

Daneben gibt es weniger offensichtliche Verwaltungs- und Vertriebskosten: etwa die Depotgebühr, die die KAG für die Verwahrung der Wertpapiere zahlen muss, die Depotbankgebühr, mit der die Leistungen der Depotbank abgegolten werden, Kosten für Wirtschaftsprüfer, externe Berater oder die Veröffentlichung der Geschäftsberichte.

TER - Total Expense Ratio 

Alle diese Kostenfaktoren müssen in der sogenannten "Total Expense Ratio" (TER) dargestellt werden, die das prozentuelle Verhältnis der Kosten zum Fondsvermögen angibt. Üblicherweise sind die Spesen bei aktiv gemanagten Aktienfonds am höchsten. Am geringsten sind sie bei Index- und Geldmarktfonds.

PTR - Portfolio Turnover Ratio

Nicht in der TER enthalten sind jene Spesen, die beim An- und Verkauf von Wertpapieren im Fonds anfallen; sie können bei häufigem Handel beträchtlich sein. Die "Portfolio Turnover Ratio" (PTR), die ebenfalls angegeben werden muss, hilft hier weiter. Je niedriger sie ist, desto weniger Wertpapiere hat der Fonds gekauft beziehungsweise verkauft.

TER und PTR sind dem sogenannten vereinfachten Fondsprospekt zu entnehmen. Bis auf den Ausgabeaufschlag sind alle diese Kosten in der Wertentwicklung aber bereits enthalten.

Depotgebühren meist 0,12 % - 0,6 %

Fondsanteile werden in einem Bankdepot verwahrt. Dafür sind Depotgebühren zu bezahlen, meist zwischen 0,12 und 0,6 Prozent vom Kurswert. Daneben gibt es Mindestspesen von etwa 2,50 bis 6 Euro je Wertpapierkategorie, Fonds der zur Bank gehörenden KAG können günstiger sein als Fremdfonds. Manche Banken verrechnen auch Spesen, wenn man seine Fonds verkauft. Kosten, die nicht direkt im Fonds anfallen, sind im Allgemeinen direkt beim Bankberater am höchsten, bei Online-Trading, Direktbanken und Discountbrokern am niedrigsten.

Kapitalertragsteuer

Bei österreichischen Fonds unterliegen die Erträge (Dividenden und Zinsen) der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 Prozent, Kursgewinne werden pauschal mit 5 Prozent jährlich besteuert (Stand: 2011). Seit 1. Juli 2005 darf die depotführende österreichische Bank auch bei Auslandsfonds die KESt automatisch abziehen, sofern diese Fonds bestimmte Informationsverpflichtungen erfüllen: Zinserträge müssen täglich, ausschüttungsgleiche Erträge einmal im Geschäftsjahr bekannt gegeben werden.

Fonds, die diesen Informationsverpflichtungen nachkommen, heißen "blütenweiße" Fonds. Auf der Webseite der Österreichischen Kontrollbank ist eine Aufstellung von "blütenweißen" Fonds zu finden (Menüpunkt; links: KESt-Beträge, darin In/Out-Liste Download anklicken).

Sicherungssteuer

Erfüllt ein ausländischer Fonds diese Voraussetzungen nicht, bleibt es beim bisherigen System: Der Anleger muss die Erträge aus dem Fonds in seine Steuererklärung aufnehmen, dann werden sie ebenfalls mit 25 Prozent versteuert. Andernfalls werden jährlich 1,5 Prozent des veranlagten Betrages als Sicherungssteuer abgezogen.