Klagen gegen MPC und Lyoness

Ins Ausland gezwungen

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KONSUMENT 6/2015 veröffentlicht: 25.05.2015

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MPC Münchmeyer & Petersen Capital AG

Auch das deutsche Rechtssystem kennt im Gegensatz zu Österreich ein Sammelverfahren, mit dem Konsumenten, die sich durch eine Fehlberatung bei Geldanlagen geprellt fühlen, auf ihre Kosten kommen können. Das sogenannte Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) erlaubt es, in Zusammenhang mit Prospektfehlern auf prozess­ökonomische Weise vorzugehen.

Zehn Musterfälle

Der VKI nutzt das KapMuG zur Klage gegen die MPC Münchmeyer & Petersen Capital AG (MPC Capital) mit Sitz in Hamburg. MPC ist in Österreich als Ausgeberin von „geschlossenen Fonds“ aus Immobilien, Schiffen oder auch Lebensversicherungen aufgefallen. Die Wertpapiere wurden über bestimmte Banken bzw. über Vermögensberater vertrieben. Beim KapMuG bilden zehn Fälle die Basis für den dadurch vergleichsweise niedrigen Streitwert.

Ist das Verfahren zulässig?

Zuerst muss ein Gericht feststellen, ob das Verfahren im vorliegenden Fall zulässig ist. Ist dies geschehen, können Geschädigte ihre Ansprüche binnen sechs Monaten anmelden. „Dabei entstehen zwar gewisse Kosten, aber nur einmalig. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Verjährung gehemmt wird. Das Urteil gilt dann musterhaft für alle angemeldeten Fälle“, sagt Peter Kolba. Im Fall MPC ­haben 12 Geschädigte des Holland­immobilienfonds 47 in Hamburg geklagt und eine Eröffnung eines Musterverfahrens beantragt. Wird eröffnet, können sich alle Geschädigten zu überschaubaren ­Kosten daran beteiligen.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo