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Kreditwürdigkeit

Schwarze Listen

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Konsument 9/2000 veröffentlicht: 01.09.2000

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Datenaustausch unter Konkurrenten

Was war da passiert? Frau König machte – ohne es selbst zu wissen – Bekanntschaft mit der so genannten Warenkreditevidenz (WKE). Das ist eine Datenbank, die der Kreditschutzverband von 1870 zusammen mit den vier größten Versandhändlern Österreichs (Quelle, Universal, Otto und Neckermann) 1997 ins Leben gerufen hat. Mittlerweile gehören diesem Verbund mehr als 100 Unternehmen an, eben auch Mobilfunkbetreiber oder Internetprovider. In der Warenkreditevidenz sind all jene Kunden registriert, die von den angeschlossenen Unternehmen als säumige Zahler gemeldet wurden.

Quelle und Neckermann, max.mobil und one – sie mögen erbitterte Konkurrenten sein, in diesem Bereich aber arbeiten sie traulich zusammen: Sie tauschen Informationen untereinander aus und lassen die Konkurrenten von den eigenen Erfahrungen profitieren. Das alles zum gegenseitigen Nutzen: zum Schutz vor bösen Überraschungen, das heißt unliebsamen Kunden, die nicht zahlen wollen oder nicht können.

Wie Frau König da hineingeriet? Vor einem Jahr hatte sie eine bei einem Versandhaus bestellte Musikanlage nicht bezahlt. Die erste Mahnung ließ sie verstreichen, ebenso die zweite. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sie infolge einer beruflichen Krise in akute Finanzschwierigkeiten geraten war. Das Versandhaus übertrug die Sache flugs einem Inkassobüro und meldete den Fall gleichzeitig der Warenkreditevidenz. Seitdem scheint Frau König in der „Schwarzen Liste“ auf. Das entscheidende Kriterium für eine Meldung bei der Warenkreditevidenz: Das normale Mahnverfahren ist abgeschlossen und das Unternehmen hat ein Inkassobüro, einen Rechtsanwalt oder die Rechtsabteilung eingeschaltet. Auf die Ursache des Zahlungsverzuges kommt es dabei nicht an.

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