Lebensversicherung

Hände weg

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Konsument 8/2010 veröffentlicht: 20.07.2010

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Ein Bombengeschäft für die Versicherer und Vermittler, denn dann hat der Versicherte mit seinen Einzahlungen bereits seinen Obolus geleistet, also die hohen Abschlusskosten finanziert. Und dass er dann durch den frühzeitigen Ausstieg deutlich weniger zurückerhält, als er eingezahlt hat, liegt – bedauerlicherweise – ganz im Verantwortungsbereich des Versicherten.

Garantiert weniger als eingezahlt

Sieht man sich die derzeit in Aussicht gestellten Ablaufleistungen an, so fragt man sich, warum Investitionswillige nicht reihenweise die Flucht ergreifen, sobald sich ein Berater mit einer Lebensversicherungspolizze in der Hand nähert. Wie unsere Erhebung ergab und wie auch in der Tabelle nachzulesen ist, erhält ein 40-jähriger Mann, der ab jetzt monatlich 100 Euro in eine Er- und Ablebensversicherung einzahlt, in 20 Jahren (nach Einzahlung von insgesamt 24.000 Euro) eine garantierte Ablaufleistung von 22.600 bis 23.900 Euro. Er zahlt also mehr ein als er zurückerhält – und erzielt somit eine "Rendite" auf die Bruttoprämie von –0,05 bis –0,61 Prozent!

Selbst die prognostizierte Ablaufleistung wäre noch Grund genug, Reißaus zu nehmen: Kommt es im eben genannten Fall dazu, dass der Versicherer eine Gewinnbeteiligung auszahlen kann, schauen für unser Versuchskaninchen nach 20 Jahren gerade mal 1,15 bis 2,33 Prozent Rendite heraus, für Frauen aufgrund ihres geringeren Sterberisikos geringfügig mehr.

Magere Aussichten

An diesen mageren Aussichten würde sich übrigens auch dann so schnell nichts ändern, wenn die Zinsen in naher Zukunft kräftig anstiegen. Aufgrund der Art und Weise, wie Er- und Ablebensversicherungen aufgebaut sind, würde es laut Kapitalmarktexperten Jahre dauern, bis sich höhere Zinsen auswirkten – und dann eben auch bestenfalls im Rahmen der Gewinnbeteili gung. Außerdem: Von den erzielten Erträgen müssen die Versicherer nur 85 Prozent an die Versicherten auszahlen.

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Kommentare

  • Auskunftsverweigerung der Versicherer
    von REDAKTION am 10.09.2010 um 12:42
    Unserer Meinung nach haben Sie das Recht auf Auskunft. Wir raten, Ihre Fragen nochmals per Post (am besten eingeschrieben) zu stellen. Bei E-Mails ist es nie sicher, ob sie auch tatsächlich an die richtige Stelle gelangen. Kundenfreundliche Versicherer sollten aber auch E-Mails umgehend beantworten! Ihr KONSUMENT-Team
  • Auskunftsverweigerung meiner Versicherer
    von karlinger am 09.09.2010 um 21:18
    Ich muss die Einschätzung von User spock und der Redaktion zur Auskunftsfreudigkeit der Versicherer zu Fragen nach den Kosten leider bestätigen. Ich habe Lebensversicherungsverträge bei drei Versicherern, und habe nach dem interessanten Bericht in KONSUMENT eine Anfrage über die angefallenen Einmalkosten bzw. die laufend anfallenden Kosten jeweils per E-Mail an die Versicherer gerichtet. - Vom Versicherer Finance Life habe ich (als einzigem) rasch und fundiert die gewünschten Auskünfte erhalten. In der Sache waren sie wie erwartet frustrierend. - Vom Versicherer Uniqa habe ich nach 7 Kalendertagen eine E-Mailbestätigung darüber bekommen, dass meine Anfrage an den zuständigen Makler weitergeleitet wurde (was ich an sich schon für eine Zumutung halte, weil mein Vertragspartner die Versicherung ist und nicht der Makler). Seither (wir halten heute bei Tag 17) habe ich weder von Uniqa noch vom Makler irgendetwas gehört. - Vom Versicherer Standard Life habe ich eine automatische Eingangsbestätigung am Tag meiner Anfrage erhalten. Seither (ebenfalls heute Tag 17) habe ich nicht mehr von Standard Life gehört. Habe ich ein (theoretisch) einklagbares Recht auf Erteilung dieser Kostenauskünfte?
  • Fondsgebundene Lebensvesicherung
    von REDAKTION am 26.08.2010 um 10:34
    Ein Berater haftet für seine Beratung: Das Problem dabei ist allerdings, dass Sie die Falschberatung beweisen müssen (durch Aufzeichnungen, Zeugenaussagen usw.) Nur dann haben Sie bei einer Schadenersatzklage Aussicht, Ihre Ansprüche durchzusetzen. Sie haben das Recht, vom Versicherer über die Kosten informiert zu werden. Wir raten, dies schriftlich (am besten eingeschrieben) zu fordern. Nach unseren Erfahrungen muss man hier leider lästig sein... Ihr KONSUMENT-Team
  • Kostenfrechheit Fondsgebundene LV
    von spock am 25.08.2010 um 21:21
    Leider habe ich vor 8 Jahren eine FLV abgeschlossen. Mein Berater hat nichts von Kosten erwähnt, sondern nur Anteile, die für die Lebensversicherung verwendet werden (was ja klar ist). Heute fehlt die Hälte aller meiner Prämien!! Wie stehen die Aussichten, rechtlich gegen den Berater vorzugehen?? Zweitens frage ich mich, wie man gegen den Versicherer vorgehen kann, der mir hartnäckig jegliche Auskunft über Kosten verweigert? Drittens empfehle ich jedem, der in so einem Vertrag steckt einen Ausstieg zu überlegen!! Den Betrag, den ich jetzt beim Ausstieg verliere (Vertragsvermögen-Rückkaufwert), habe ich in 3-4 Jahren durch die gesparten Kosten wieder herinnen. Ansonsten würde ich mich weitere 20 Jahre am Gewinn des Versicherers beteiligen (trifft das Wort Gewinnbeteiligung besser).
  • Abschreibung
    von allerhand am 24.08.2010 um 09:12
    Habe vor 8 Jahren eine Lebensversicherung ausbezahlt bekommen, die eine Laufzeit von 15 Jahren hatte. Mit ein Grund für den Abschluß damals, waren auch die steuerlichen Vorteile. Vor 23 Jahren konnte ich noch einen wesentlich höheren Teil der Prämie beim Finanzamt abschreiben als am Ende der Laufzeit. Dadurch war auch der effektive Gewinn letztlich sehr klein. Dies wäre vielleicht auch einen Absatz in diesem Bericht wert gewesen.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo