Lebensversicherung

Hände weg

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Konsument 8/2010 veröffentlicht: 20.07.2010

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Geheimnisvolle Kosten: Wo das Geld hängenbleibt

Die Mehrzahl der Anbieter schweigt hartnäckig über Art und Weise der Kostenbelastung.

Zwei haben die Kosten auf den Angeboten näher erläutert. Hier wird klar, wo ein Gutteil des eingezahlten Geldes hängen bleibt und warum die Versicherung im Endeffekt so wenig abwirft.

Bei einer Gesamteinzahlung von 24.000 Euro fallen fast 2.700 Euro an Kosten an – rund 1.350 Euro für die Vermittlungsprovision und mit 1.320 Euro fast gleich viel für das Versicherungsunternehmen. Wenn über 11 % des eingezahlten Betrages für die Deckung der Kosten draufgehen, wo soll da noch ausreichend Rendite für den Anleger herkommen? Rechnet man noch Versicherungssteuer und Risikoprämie ein, kommt man schnell auf einen Wert von fast 20 % des eingezahlten Betrags.

Beispielrechnung:   20 Jahre Laufzeit, monatlich 100 Euro Prämie 4)
Typ der Spesen Einheit: Euro
  
1. Abschlusskosten einmalig  
4 % von der Gesamtprämiensumme abzüglich VS 1), UJZ 2) und Stückkosten 3)
Nettoprämie 88,15
Summe der Gesamtprämien
21.156,–
ABSCHLUSSKOSTEN einmalig 846,24
 
2. Abschlusskosten (Provisionen) jährlich
2,4 % von der Jahresprämiensumme abzüglich VS 1), UJZ 2) und Stückkosten 3)
Nettoprämie 88,15
Jahresprämiensumme 1.057,80
ABSCHLUSSKOSTEN pro Jahr 25,39
ABSCHLUSSKOSTEN über den gesamten
Zeitraum
507,80
 
3. Verwaltungskosten  
0,75 ‰ pro Jahr von der Versicherungssumme  
Versicherungssumme  23.977,13
VERWALTUNGSKOSTEN pro Jahr 17,98
VERWALTUNGSKOSTEN über den gesamten Zeitraum 359,60
 
4. Stückkosten pro Jahr 48,–
STÜCKKOSTEN gesamt 960,–
 
GESAMTKOSTEN
2.673,64
 
Einzahlungen gesamt
24.000,–
GESAMTKOSTEN in Relation zur Einzahlung 11,14 %

1) 4 % Versicherungssteuer
2) 4 % Unterjährigkeitszuschlag
3) Stückkosten 48 €/Jahr (Stückkosten sind Spesen, die der Versicherer verrechnet)
4) Die Kosten für den Ablebensschutz wurden nicht berücksichtigt, weil sie von der Ablebenswahrscheinlichkeit (d.h. dem Alter des Versicherten) abhängen. Auch die Versicherungssteuer (4 %) ist hier noch nicht berücksichtigt.

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Kommentare

  • Auskunftsverweigerung der Versicherer
    von REDAKTION am 10.09.2010 um 12:42
    Unserer Meinung nach haben Sie das Recht auf Auskunft. Wir raten, Ihre Fragen nochmals per Post (am besten eingeschrieben) zu stellen. Bei E-Mails ist es nie sicher, ob sie auch tatsächlich an die richtige Stelle gelangen. Kundenfreundliche Versicherer sollten aber auch E-Mails umgehend beantworten! Ihr KONSUMENT-Team
  • Auskunftsverweigerung meiner Versicherer
    von karlinger am 09.09.2010 um 21:18
    Ich muss die Einschätzung von User spock und der Redaktion zur Auskunftsfreudigkeit der Versicherer zu Fragen nach den Kosten leider bestätigen. Ich habe Lebensversicherungsverträge bei drei Versicherern, und habe nach dem interessanten Bericht in KONSUMENT eine Anfrage über die angefallenen Einmalkosten bzw. die laufend anfallenden Kosten jeweils per E-Mail an die Versicherer gerichtet. - Vom Versicherer Finance Life habe ich (als einzigem) rasch und fundiert die gewünschten Auskünfte erhalten. In der Sache waren sie wie erwartet frustrierend. - Vom Versicherer Uniqa habe ich nach 7 Kalendertagen eine E-Mailbestätigung darüber bekommen, dass meine Anfrage an den zuständigen Makler weitergeleitet wurde (was ich an sich schon für eine Zumutung halte, weil mein Vertragspartner die Versicherung ist und nicht der Makler). Seither (wir halten heute bei Tag 17) habe ich weder von Uniqa noch vom Makler irgendetwas gehört. - Vom Versicherer Standard Life habe ich eine automatische Eingangsbestätigung am Tag meiner Anfrage erhalten. Seither (ebenfalls heute Tag 17) habe ich nicht mehr von Standard Life gehört. Habe ich ein (theoretisch) einklagbares Recht auf Erteilung dieser Kostenauskünfte?
  • Fondsgebundene Lebensvesicherung
    von REDAKTION am 26.08.2010 um 10:34
    Ein Berater haftet für seine Beratung: Das Problem dabei ist allerdings, dass Sie die Falschberatung beweisen müssen (durch Aufzeichnungen, Zeugenaussagen usw.) Nur dann haben Sie bei einer Schadenersatzklage Aussicht, Ihre Ansprüche durchzusetzen. Sie haben das Recht, vom Versicherer über die Kosten informiert zu werden. Wir raten, dies schriftlich (am besten eingeschrieben) zu fordern. Nach unseren Erfahrungen muss man hier leider lästig sein... Ihr KONSUMENT-Team
  • Kostenfrechheit Fondsgebundene LV
    von spock am 25.08.2010 um 21:21
    Leider habe ich vor 8 Jahren eine FLV abgeschlossen. Mein Berater hat nichts von Kosten erwähnt, sondern nur Anteile, die für die Lebensversicherung verwendet werden (was ja klar ist). Heute fehlt die Hälte aller meiner Prämien!! Wie stehen die Aussichten, rechtlich gegen den Berater vorzugehen?? Zweitens frage ich mich, wie man gegen den Versicherer vorgehen kann, der mir hartnäckig jegliche Auskunft über Kosten verweigert? Drittens empfehle ich jedem, der in so einem Vertrag steckt einen Ausstieg zu überlegen!! Den Betrag, den ich jetzt beim Ausstieg verliere (Vertragsvermögen-Rückkaufwert), habe ich in 3-4 Jahren durch die gesparten Kosten wieder herinnen. Ansonsten würde ich mich weitere 20 Jahre am Gewinn des Versicherers beteiligen (trifft das Wort Gewinnbeteiligung besser).
  • Abschreibung
    von allerhand am 24.08.2010 um 09:12
    Habe vor 8 Jahren eine Lebensversicherung ausbezahlt bekommen, die eine Laufzeit von 15 Jahren hatte. Mit ein Grund für den Abschluß damals, waren auch die steuerlichen Vorteile. Vor 23 Jahren konnte ich noch einen wesentlich höheren Teil der Prämie beim Finanzamt abschreiben als am Ende der Laufzeit. Dadurch war auch der effektive Gewinn letztlich sehr klein. Dies wäre vielleicht auch einen Absatz in diesem Bericht wert gewesen.
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