Lebensversicherung

Hände weg

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Konsument 8/2010 veröffentlicht: 20.07.2010

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Optimieren statt kündigen

Auf neue Polizzen umzusteigen kostet Sie mehr als es bringt.

Achten Sie bei bestehenden Polizzen lieber auf folgende Optimierungsmöglichkeiten:

Jährlich zahlen: Wenn Sie nicht ohnedies einen Einmalerlag getätigt haben, dann zahlen Sie die Prämie künftig jährlich – statt monatlich oder vierteljährlich – ein. Der Unterschied kann je nach Einzahlungshöhe am Ende mehrere Tausend Euro ausmachen! Obwohl von uns schon oft moniert, wird kaum einmal auf die weitaus günstigere jährliche Zahlungsweise hingewiesen (bei diesem Test nur von zwei Beratern).

Nicht Notwendiges streichen: Zusätze wie Prämienerlass im Krankheitsfall oder Unfalltod (bei einem Tod durch Unfall verdoppelt sich die Ablebenssumme) kosten Geld und bieten noch dazu nicht die geeignete Risikoabdeckung. Sie lassen sich auch bei laufenden Verträgen herausreklamieren und erhöhen den Sparanteil.

Wertanpassung überdenken: Durch Wertanpassungsklauseln soll die Kaufkraft des Kapitals erhalten bleiben und ein konstanter Vermögensaufbau gewährleistet werden. Sie sind meist fixer Vertragsbestandteil und werden oft an den Verbraucherpreisindex gekoppelt (z.B. "VPI, mindestens 4 %"). Die Anpassung ist jedoch oft doppelt so hoch wie der VPI, daher steigen auch die Prämien entsprechend schnell. Bei einem Mindesterhöhungssatz von 4 % kommt es im 18. Jahr zu einer Verdoppelung der ursprünglichen Prämie! Falls es finanziell eng wird, kann man die Wertanpassung bis zu zwei Mal aussetzen oder die Klausel überhaupt streichen lassen. Lassen Sie fünf Jahre vor dem Ende der Laufzeit keine Wertanpassung mehr durchführen. Dadurch steigen nämlich jeweils der Risikoanteil und die Kostenbelastung – die Wertanpassung rechnet sich dann nicht mehr!

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Kommentare

  • Auskunftsverweigerung der Versicherer
    von REDAKTION am 10.09.2010 um 12:42
    Unserer Meinung nach haben Sie das Recht auf Auskunft. Wir raten, Ihre Fragen nochmals per Post (am besten eingeschrieben) zu stellen. Bei E-Mails ist es nie sicher, ob sie auch tatsächlich an die richtige Stelle gelangen. Kundenfreundliche Versicherer sollten aber auch E-Mails umgehend beantworten! Ihr KONSUMENT-Team
  • Auskunftsverweigerung meiner Versicherer
    von karlinger am 09.09.2010 um 21:18
    Ich muss die Einschätzung von User spock und der Redaktion zur Auskunftsfreudigkeit der Versicherer zu Fragen nach den Kosten leider bestätigen. Ich habe Lebensversicherungsverträge bei drei Versicherern, und habe nach dem interessanten Bericht in KONSUMENT eine Anfrage über die angefallenen Einmalkosten bzw. die laufend anfallenden Kosten jeweils per E-Mail an die Versicherer gerichtet. - Vom Versicherer Finance Life habe ich (als einzigem) rasch und fundiert die gewünschten Auskünfte erhalten. In der Sache waren sie wie erwartet frustrierend. - Vom Versicherer Uniqa habe ich nach 7 Kalendertagen eine E-Mailbestätigung darüber bekommen, dass meine Anfrage an den zuständigen Makler weitergeleitet wurde (was ich an sich schon für eine Zumutung halte, weil mein Vertragspartner die Versicherung ist und nicht der Makler). Seither (wir halten heute bei Tag 17) habe ich weder von Uniqa noch vom Makler irgendetwas gehört. - Vom Versicherer Standard Life habe ich eine automatische Eingangsbestätigung am Tag meiner Anfrage erhalten. Seither (ebenfalls heute Tag 17) habe ich nicht mehr von Standard Life gehört. Habe ich ein (theoretisch) einklagbares Recht auf Erteilung dieser Kostenauskünfte?
  • Fondsgebundene Lebensvesicherung
    von REDAKTION am 26.08.2010 um 10:34
    Ein Berater haftet für seine Beratung: Das Problem dabei ist allerdings, dass Sie die Falschberatung beweisen müssen (durch Aufzeichnungen, Zeugenaussagen usw.) Nur dann haben Sie bei einer Schadenersatzklage Aussicht, Ihre Ansprüche durchzusetzen. Sie haben das Recht, vom Versicherer über die Kosten informiert zu werden. Wir raten, dies schriftlich (am besten eingeschrieben) zu fordern. Nach unseren Erfahrungen muss man hier leider lästig sein... Ihr KONSUMENT-Team
  • Kostenfrechheit Fondsgebundene LV
    von spock am 25.08.2010 um 21:21
    Leider habe ich vor 8 Jahren eine FLV abgeschlossen. Mein Berater hat nichts von Kosten erwähnt, sondern nur Anteile, die für die Lebensversicherung verwendet werden (was ja klar ist). Heute fehlt die Hälte aller meiner Prämien!! Wie stehen die Aussichten, rechtlich gegen den Berater vorzugehen?? Zweitens frage ich mich, wie man gegen den Versicherer vorgehen kann, der mir hartnäckig jegliche Auskunft über Kosten verweigert? Drittens empfehle ich jedem, der in so einem Vertrag steckt einen Ausstieg zu überlegen!! Den Betrag, den ich jetzt beim Ausstieg verliere (Vertragsvermögen-Rückkaufwert), habe ich in 3-4 Jahren durch die gesparten Kosten wieder herinnen. Ansonsten würde ich mich weitere 20 Jahre am Gewinn des Versicherers beteiligen (trifft das Wort Gewinnbeteiligung besser).
  • Abschreibung
    von allerhand am 24.08.2010 um 09:12
    Habe vor 8 Jahren eine Lebensversicherung ausbezahlt bekommen, die eine Laufzeit von 15 Jahren hatte. Mit ein Grund für den Abschluß damals, waren auch die steuerlichen Vorteile. Vor 23 Jahren konnte ich noch einen wesentlich höheren Teil der Prämie beim Finanzamt abschreiben als am Ende der Laufzeit. Dadurch war auch der effektive Gewinn letztlich sehr klein. Dies wäre vielleicht auch einen Absatz in diesem Bericht wert gewesen.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo