KONSUMENT.AT - Lebensversicherungen: Fondspolizzen - Kosten fressen Ertrag

Lebensversicherungen: Fondspolizzen

Faule Fonds

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Konsument 2/2011 veröffentlicht: 18.01.2011

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Nicht jeder Prämien-Euro wird auch wirklich in Fonds investiert: Von 100 eingezahlten Euro gehen 15 bis 20 in den Versicherungskosten auf. Praktisch bedeutet dies einen Renditeverlust von ein bis zwei Prozentpunkten. Erwirtschaften die Fonds also 3 Prozent, bleiben netto nur 1,5 Prozent ­übrig.

Provision und Abschlusskosten verringern Ertrag

Vor allem in den Anfangsjahren wandert ein erheblicher Teil in die sogenannten Abschlusskosten. Dazu zählt unter anderem die Provision für den Verkäufer. In den ersten Jahren sind die Abschlusskosten die Hauptursache für das dicke Ertragsminus. Würden sie hingegen über die gesamte Laufzeit verteilt (der Fachausdruck lautet "ungezillmerter Vertrag“), könnte dies den Ertrag um etwa 0,3 Prozent jährlich steigern. Außerdem hätten Vermittler dann keinen Anreiz mehr, immer wieder Ver­träge ihrer Kunden zu kündigen und neu abzuschließen.

Ungezillmerte Verträge

Ungezillmerte Verträge (siehe dazu auch "Fachausdrücke") gibt es dem Vernehmen nach durchaus, wenn der Kunde ohne Einschaltung eines Vermittlers beim Versicherer danach fragt.

Zu diesen Abschlusskosten kommen noch Verwaltungskosten, Risikokosten und die Versicherungssteuer (4 Prozent der jeweiligen Einzahlung). Diese Kosten werden von den Versicherern oft sogar bekannt gegeben, sind aber nur die halbe Wahrheit.

Hin und her macht Beutel leer

Noch höher als die Versicherungskosten sind die Kosten für die Fonds, also Managementgebühren und laufende Kosten im Fonds (Transaktionskosten bei Käufen und Verkäufen, Veranlagungs­kosten).

Sie werden nicht den Prämienzahlungen, sondern direkt dem Fondsvermögen entnommen. Das drückt den Ertrag. Werfen also die Fonds jährlich 5 Prozent brutto ab, bleiben nach Abzug der internen Fonds­kosten vielleicht nur 3 Prozent, von denen dann noch die Versicherungs­kosten (siehe "So wirken Versicherungskosten") abzuziehen sind. In den Modellrechnungen der Anbieter kommen fonds­interne Kosten nicht vor. Dabei wäre dies ein wichtiges Kriterium bei der Fondsauswahl.

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Kommentare

  • Kostentransparenz
    von REDAKTION am 06.04.2011 um 13:31
    Wir sind nicht der Meinung, dass die Offenlegung der Provision allein eine Lösung im Sinne der Konsumenten wäre. Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, die gesamten Kosten offenzulegen, also die versicherungstechnischen und auch die veranlagungstechnischen Kosten. Das gilt im Prinzip für alle Produkte, vor allem für Lebensversicherungsprodukte. Alles andere treibt die Konsumenten hin zum Bankenvertrieb, da diese mit den (meist „verwandten“) Versicherungsgesellschaften geringe Provisionen vereinbaren und der Rest mittels kick-backs (Provisionsrückzahlungen) fließt. Das kostet den Konsumenten unterm Strich mehr, obwohl es auf den Angeboten, Anträgen und Unterlagen günstiger aussieht! Ihr KONSUMENT-Team
  • Kostentransparenz
    von Information am 06.04.2011 um 09:12
    man sollte eine änderung wie beim deutschen VVG durchführen - bei vetragsabschluss werden die kosten des maklers und der versicherung am anbot angedruckt (wie beim autoleasing, eine solche änderung muss über den VVÖ (Versicherungsverband Ö)terreich) und FMA gesetzlich angestrebt werden - damit gilt es für alle Versicherer gleich und die Kunden sind bei abschluss informiert
  • Abschlußkosten & Kosten allgemein
    von webermichael am 31.01.2011 um 15:05
    der Kostenfaktor wird bei keinem Produkt in Euro oder Prozentsatz ausgewiese! Von Vorteil für den Konsumenten wäre eine solche Offenlegung :(
  • Abschluss­kosten über die gesamte Laufzeit
    von opritz am 28.01.2011 um 07:47
    Damit wären die schwarzen Beraterschafe geschwächt. Gut währe auch die Angabe einer Nettorendite und die zu erwartenden Kosten für die gesamte Laufzeit.