Nachbarschaftsärger

Jetzt reicht´s!

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Konsument 6/2002 veröffentlicht: 24.05.2002

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Gerichte beschäftigen sich sehr häufig mit Nachbarschaftskonflikten.

Baden : „In seinen eigenen vier Wänden kann man baden, wann immer man will.“
Richtig? Nein. Der Verwaltungsgerichtshof kam zu dem Spruch, dass die Verrichtung der mit dem normalen Gebrauch der Wohnung verbundenen Dinge nicht zu einer Zeit geschehen darf, in der die Mitbewohner des Hauses Anspruch auf Ruhe haben .

Musik : „Eine Musikstudentin übt regelmäßig zwischen 15 und 19 Uhr auf dem Klavier. Auch am Samstag und Sonntag. Das nervt die Nachbarn, die immer wieder die selben Passagen hören müssen. Das muss abgestellt werden.“
Richtig? Nein. Der Oberste Gerichtshof entschied, täglich vier Stunden Klaviermusik seien den anderen Hausbewohnern zumutbar.

„Eine andere Pianistin übt gleichfalls regelmäßig und – wie es sich gehört – ausschließlich außerhalb der Ruhezeiten. Das darf sie.“
Richtig? Nein, befand ein Wiener Bezirksrichter und beschränkte die Zeit für das Üben auf maximal zwei Stunden täglich – bei Zimmerlautstärke.

Kinder : „Kinder sind halt einmal laut. Man kann sie nicht festbinden. Und wenn sie einmal – im konkreten Fall an einem schulfreien Tag zwischen 9 und 9.30 Uhr – etwas zu sehr poltern, dann ist das von den Nachbarn zu tolerieren.“
Richtig? Nein. Die Höchstrichter des Verwaltungsgerichtshofes befanden, es komme einzig und allein darauf an, ob der Lärm geeignet ist, das „Wohlbefinden normal empfindender Menschen“ zu stören. Und dies sei in diesem Fall gegeben.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo