KONSUMENT.AT - Nachhaltige Fonds: Ökologie & Ethik - Weiche Ausschlusskriterien und Kapitalverflechtungen

Nachhaltige Fonds: Ökologie & Ethik

Nichts für Puristen

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KONSUMENT 10/2012 veröffentlicht: 27.09.2012

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Kapitalverflechtungen und Zulieferverträge

Hier wird es allerdings kompliziert, denn selbst wenn die Zusammensetzung eines Fonds auf den ersten Blick ökologisch und ethisch einwandfrei wirkt, können etwa an sich umweltfreundliche, sozial ausgerichtete Unternehmen über Kapitalverflechtungen oder Zulieferverträge mit ganz und gar nicht ökologischen Betrieben verbunden sein. ­ Wie wäre Ihre Einschätzung zum Beispiel bei einem Unternehmen, das Solarpaneele herstellt, aber eine 100-Prozent-Tochter ­eines Atom- oder Ölkonzerns ist – nachhaltig oder nicht?

Aufgeweichte Ausschlusskriterien

Auch die von den KAGs angeführten Ausschlusskriterien der einzelnen Fonds halten nicht immer, was der Name verspricht. Beispiel Atom- und Rüstungskonzerne: Sie sind bei allen Anbietern ein absolutes No-go, aber für den einen nur ab einem bestimmten Umsatzanteil, für den anderen lediglich dann, wenn ein Unternehmen auch "verwerfliches" Kriegsmaterial wie Landminen herstellt.

Anlegerinformationen sehr genau studieren

Da es sich um große Publikumsfonds handelt, sind die Produkte so gestaltet, dass sie für möglichst viele Interessenten die ­richtigen Schlagwörter bieten. Um nicht ­unwissentlich etwas zu unterstützen, das man persönlich ablehnt, sollten die Ausschlusskriterien und Anlegerinformationen sehr genau studiert werden.

Auslagerung imageschädigender Bereiche

Auch die Verschiebung von "imageschädigenden" Bereichen auf ausgelagerte Unternehmen ist ein Fallstrick. Informationen dazu finden sich wohl kaum in den Unter­nehmensunterlagen, hier muss auf eigene Faust recherchiert werden, etwa über die Homepages der jeweiligen Unternehmen, auf denen Töchter und Subunternehmen zu finden sein sollten.

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