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Persönlichkeitsanalyse und Meinungsbeeinflussung

Soziale Medien im Wahlkampf

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KONSUMENT 1/2019 veröffentlicht: 20.12.2018

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Soziale Medien im Wahlkampf

Später wurde bekannt, dass Cambridge Analytica auch beim Brexit-Referendum seine Finger im Spiel gehabt hatte. Es ­wurde vom Flügel der Ausstiegswilligen ­genutzt. Auch in Asien, Afrika und Südamerika wurden die Dienste der Firma in Anspruch genommen.

Digitale Methoden in der Wahlwerbung werden mittlerweile von den meisten politischen Parteien eingesetzt, wenngleich nicht auf derart manipulative Art und Weise. Anlässlich der österreichischen ­Nationalratswahlen im Jahr 2017 war die Bevölkerung Zeuge einer unterhaltsamen Posse rund um Tal Silberstein und das Wahlkampfteam der SPÖ.

Es war eine große Blamage für die Partei, als bekannt wurde, dass die anonymen Sebastian Kurz verhöhnenden Facebook-Seiten nicht wie anfangs angenommen aus dem Umfeld der FPÖ stammten, sondern von den Wahlkämpfern der SPÖ ins Netz gestellt worden waren.

Politischer Prozess beeinflusst

All das veranschaulicht die Tragweite, die eine passgenaue Zielgruppen-Ansprache im Netz haben kann. Wenn es nur darum geht, eine Kaffeemaschine zu verkaufen, dann mag der Einzelne diese Methoden in Kauf nehmen. Doch offenbar ist es Unternehmen wie Cambridge Analytica egal, ob sie Kaffeemaschinen oder Ausländerfeindlichkeit "verkaufen" müssen.

Sie nutzen ihre Instrumente, um politische Botschaften maßzuschneidern, um Wähler zu desinformieren und sie zu beeinflussen. Sie schüren Ängste und lenken Weltbilder oft in eine radikalere Richtung. Sie greifen manipulativ in politische Prozesse ein und gefährden demokratische Grundwerte.

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