Plastikgeld

Brisante Lücken

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Konsument 5/2000 veröffentlicht: 01.05.2000

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Unzufrieden mit Sperrmodalitäten

Das Risiko eines Missbrauchs von Bankomatkarten schätzen 50 Prozent der Fragebogenausfüller relativ hoch ein. Blinde Panik oder begründete Furcht? Das konnte auch unsere Aussprache mit Wirtschaftsvertretern nicht klären. Denn leider gibt es keine offiziellen Daten darüber, wie oft Missbrauch vorkommt und wie leicht Unbefugte sich den geheimen PIN-Code verschaffen können.

Unzufrieden sind unsere Leserinnen und Leser mit der Art, wie die Sperre gehandhabt wird: Knapp die Häfte findet die Prozedur zu umständlich. Der Sperrnotruf als rasche Anlaufstelle funktioniert nur außerhalb der Banköffnungszeiten. Wünschenswert wäre, dass der Notruf rund um die Uhr besetzt ist. Denn für die Bestätigung der Sperre muss der Verlustträger ohnedies das kontoführende Geldinstitut aufsuchen.

Weiters halten es die meisten (83 Prozent) für nicht akzeptabel, dass es bis zu sechs Stunden dauert, ehe die Sperre greift. Das erklärt die Branche damit, dass dabei auf mehrere Systeme im In- und Ausland zugegriffen werden muss: „In manchen Fällen dauert es bis zum Wirksamwerden der Sperre aber nur zwanzig Minuten“ weiß Dr. Leopold Pfaffel von der Bank Austria. Die sechs Stunden seien ein Maximalwert. Und man sei bestrebt, diese Frist auf vier Stunden zu verkürzen. Oft sei die Karte nur verlegt und nicht wirklich verschwunden. „Wenn dann aber gesperrt wird, sind die Kunden sauer, weil sie die Karte nicht benützen können“, plaudern Bankfachleute aus der Praxis.

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