KONSUMENT.AT - Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge - Kosten nicht bekannt gegeben

Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge

Derzeit zu vergessen

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KONSUMENT 6/2011 veröffentlicht: 25.05.2011, aktualisiert: 24.06.2011

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Wildwuchs zum Quadrat

Am ehesten noch vergleichbar sollten die ­Kosten sein. Denn wenn man so wie in unserer Erhebung von einem fixen Modell (100 Euro Einzahlung pro Monat, 25 Jahre Laufzeit) ausgeht, müsste es ja auch möglich sein, ­anhand sämtlicher Gebühren die Gesamt­belas­tung festzustellen und diese den anderen Produkten gegenüberzustellen. Aber auch hier: Fehlanzeige.

Beim einen Anbieter sind die Abschlusskosten sehr hoch, die Verwaltungskosten dagegen niedrig, der andere macht’s genau umgekehrt. Einer nimmt als Berechnungsbasis die Jahresprämie, der andere die Deckungsrückstellung oder den ­aktuellen Wert der Veranlagung. Der eine ­verteilt die Abschlusskosten auf fünf Jahre, der andere auf zehn, beim nächsten wiede­rum gibt es die Möglichkeit, diese auf die ­gesamte Laufzeit zu verteilen.

Undurchsichtige Kosten 

Und manche Posten, wie etwa die dem Ver­sicherungsvertrag zugrunde liegenden Veranlagungs-, Fonds- oder Transaktionskosten, werden erst gar nicht bekannt gegeben. Das ist schlecht, denn gerade hier verbergen sich entscheidende Informationen: Ob die Fondskosten 1 oder 3 Prozent ausmachen ist maßgeblicher für den Erfolg der Veranlagung als die Höhe der Abschluss- oder Verwaltungskosten.

Stolze Preise

Insgesamt sind die Kostenbelastungen hoch, zum Teil sogar extrem hoch. In einer Beispielrechnung kamen wir, von einer Gesamt­prämiensumme von 30.000 Euro ausgehend, auf Riesenunterschiede: Bei einem Anbieter mit 1 Prozent Veranlagungskosten, die sich nach dem aktuellen Vermögen berechnen, ergab sich eine Belastung von 3.900 Euro, bei jenem mit 2 Prozent stolze 7.800 Euro – und das bei einer angenommenen Performance von 0 Prozent! Die gesamten Abschluss- und Verwaltungskosten fallen hingegen mit 3.427,50 Euro bzw. 3.062,50 Euro geringer aus und sind zudem von der Höhe her relativ ähnlich. Um diese Kosten wieder herein­zuspielen, wäre schon eine atemberaubende Performance nötig.

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