Private Zahnarzthonorare

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

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Konsument 1/2005 veröffentlicht: 09.12.2004

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Arbeit war in Ordnung

Ist eine teurere Zahnbehandlung von der Qualität her besser? Der Pressereferent der Zahnärzte, Dr. Günther Knogler, brachte die Sichtweise vieler Zahnärzte markant auf den Punkt: „Zahlst an Dreck, kriegst an Dreck.“ Das stimmt oft, aber nicht immer. Wer viel bezahlt, erhält nicht immer eine Spitzenbehandlung, zumindest berichten uns dies Patienten in Leserbriefen und Anrufen („Konsument“ 10/2004). Medizinische Behandlungen können auch scheitern. „Meine Frau“, so erzählte uns ein „Konsument“-Leser, „erhielt sechs oder acht Implantate, Kosten: 300.000 Schilling, fünf Jahre später war alles vereitert.“ Nach Ansicht eines anderen Zahnarztes, so berichtet der Leser weiter, „sei die Arbeit eigentlich in Ordnung gewesen.“

Unklare Verhältnisse in der Parodontologie  

Für Patienten völlig unübersichtlich sind die Preise in eher neuen Gebieten wie z.B. der Mundhygiene (häufige Bezeichnungen: „Dentalhygiene“, „Prophylaxesitzung“, „Paro-Sitzung“) und Parodontologie. Mundhygiene ist eine professionelle Zahnpflege des weitgehend gesunden Gebisses (sehr empfehlenswert). Die Parodontologie versucht den kranken Zahnhalteapparat (Kieferknochen, Zahnfleisch) zu heilen und Zahnausfall zu verhindern. Sehr oft ist es für den Patienten unklar, welche Leistung hinter welchen Begriffen steht. Hier arbeiten nebeneinander Prophylaxe-Assistentinnen mit kurzer Ausbildung (und schlechter Bezahlung), Dentalhygienikerinnen mit mehrjähriger Ausbildung, Zahnärzte, die sich frisch in den neuen Bereich wagen, und Profis, die sich im Ausland und mit teuren Ausbildungen auf Parodontologie spezialisiert haben. Einige Spezialisten sind, das durften wir mehrfach erleben, sauer, dass auch die weniger qualifizierten Kollegen diese Leistungen anbieten – zu Profi-Honoraren. Auch unter Zahnärzten ein Konfliktthema.

Second Opinion – zweite Meinung

Manche Patienten suchen für umfangreichere Behandlungen die Meinung eines zweiten Arztes (Fachausdruck: Second Opinion); das ist sinnvoll. Wenn der zweite Arzt oder die zweite Ärztin die Unterlagen des ersten Arztes (z.B. Röntgen) kaum nutzt und die eigene Leistung extra verrechnet (z.B. für Beratung, oder in der Kieferorthopädie für das Diagnosepaket), dann sind viele Patienten verärgert: „Hat der Erstuntersucher schlecht gearbeitet?“ „Sind die Unterlagen des ersten Arztes unbrauchbar oder ist der zweite Arzt geldgierig?“ Klar ist, dass jeder Arzt – wie Mechaniker, Programmierer und Friseurinnen – die eigene Arbeit bezahlt haben möchte. Nicht der Befund, nicht der Abdruck und auch nicht das Röntgenbild machen den Preis aus sondern das ärztliche Know-how und die Arbeitszeit. Und diese Leistung ist eben jedes Mal zu bezahlen.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo