Ratenkauf

Der Null-Prozent-Schmäh

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Konsument 2/2011 veröffentlicht: 21.01.2011

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  • Teilzahlungen sind immer teurer als Barzahlung
  • Fast 22 Prozent Zinsen im Versandhandel
  • Informationen mangelhaft und verwirrend

Ob Jugendliche oder Erwachsene: "Will ­haben", lautet heute über alle Altersgrenzen hinweg das konsumfreudige Credo, "und zwar sofort." Ratengeschäfte in ­allen Bereichen des Lebens kommen dem ent­gegen. "Besonders günstige Konditionen", wenn nicht sogar Finanzierungen zum Nulltarif fördern die Kauflust – und führen immer wieder zu finanziellen Bruchlandungen, weil die Zahlungen nicht nur trotzdem irgendwann anstehen, sondern oft auch viel deftiger ausfallen als es auf den ersten Blick den Anschein hatte.

Bankzinsen billiger, Ratenzahlung teurer

Neben Baumärkten, Möbel- und Elektrohändlern setzt vor allem der Versand­handel stark auf die Devise "Greif zu – zahl später“. Wie schon vor zwei Jahren, haben wir uns im Auftrag der Arbeiterkammer ­Wien angesehen, wie viel im Endeffekt bei Ratenkäufen zu zahlen ist. Seither sind die Zinsen auf dem Kapitalmarkt kräftig hinuntergerauscht, was auch bei Teilzahlungsgeschäften deutlich günstigere Raten erwarten ließ.

IKEA hat 13,3, Versandhandel fast 22 Prozent

Doch das Gegenteil ist der Fall: Bei den Möbelhäusern legt Ikea (nach 12,91 Prozent im Jahr 2008) mit 13,30 Prozent einen neuen Spitzensatz vor; und im Versandhandel, der mit Abstand die höchsten Raten ansetzt, sind die Zinsen mit beinahe schon furchterregender Einheitlichkeit von rund 20 auf fast 22 Prozent ­gestiegen. Lediglich die Elektronikfachmärkte haben sich zinsenmäßig ein wenig eingebremst und liegen nur noch leicht über den Möbelketten.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo